Bischof Stephan Ackermann (Foto: Pasquale d´Angiolillo/SR)

Weihnachten als Zeichen der Hoffnung

  25.12.2018 | 11:15 Uhr

Der Trierer Bischof Ackermann hat am ersten Weihnachtsfeiertag in seiner Predigt im Trierer Dom Weihnachten als Zeichen der Hoffnung gegen eine verbreitete Endzeitstimmung bezeichnet. Der Speyerer Bischof Wiesemann kritisierte in seiner Predigt den digitalen Wandel in der Gesellschaft wie im Privaten.

Ackermann sagte, überkommene Vorstellungen, Institutionen und gesellschaftliche Systeme seien dabei, zu zerbrechen. Dabei nannte er den brüchig gewordenen Gemeinschaftssinn angesichts der Herausforderung von Flucht und Migration.

In der politischen und gesellschaftlichen Kultur in Deutschland zeigten sich ebenfalls Verfallserscheinungen. In diesem Zusammenhang erwähnte Ackermann auch die katholische Kirche, die durch den Missbrauchsskandal massiv an Glaubwürdigkeit verloren habe. Viele Menschen seien in ihrem bisherigen Kirchenbild erschüttert.

Auch in der Bibel sei mit der Geburt Jesu von der "Endzeit" die Rede. Damit sei aber keine Untergangsstimmung gemeint, sondern die Atmosphäre der Hoffnung und des Aufbruchs.

Kritik an digitalem Wandel

Wiesemann betonte in seiner Ansprache, schon sein Smartphone versuche ständig, ihn durch kleine Belohnungen zu "dressieren". In einer vermarkteten und digitalisierten Welt sei es wichtig, wenigstens an den Feiertagen Ruhe einkehren zu lassen, aber die Welt fürchte die Stille.

Alles werde ständig kommentiert, alles bewertet. Wiesemann kritisierte, dass in vielen Ländern an Systemen gearbeitet werde, um die Menschen über Belohnungssysteme zu steuern. Dies könne zu einer ungehemmten wirtschaftlichen sowie ideologischen Beeinflussbarkeit des Menschen führen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 25.12.2018 berichtet.

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