Nachbildung der Justitia neben einem Aktenstapel (Foto: dpa Bildfunk)

13 Jahre Haft in Axt-Mord-Prozess

Thomas Gerber   29.11.2018 | 12:40 Uhr

Im Bischmisheimer Axtmord-Prozess hat das Landgericht den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt. Das Gericht sprach ihn zwar des Mordes schuldig, schloss aber nicht aus, dass der 40-Jährige zur Tatzeit vermindert schuldfähig war.

Das Gericht hatte sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht. Eine Stunde nahm sich der vorsitzende Richter Zeit, um sein Urteil zu begründen. Am Ende der viertägigen Beweisaufnahme konnte er nicht ausschließen, dass der 40-Jährige zur Tatzeit aufgrund von Depressionen vermindert schuldfähig gewesen war. Deshalb also keine lebenslange Freiheitsstrafe, sondern 13 Jahre Haft.

Brutal und martialisch

Damit blieb das Gericht am oberen Ende des möglichen Strafmaßes, denn die Tat sei brutal und martialisch gewesen. Der 40-Jährige habe seine Frau regelrecht hingerichtet und den fünf gemeinsamen Kindern die Mutter genommen.

Kollegengespräch: "Das Gericht hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht"
Audio [SR 3, Kollegengespräch: Gerd Heger/Thomas Gerber, 29.11.2018, Länge: 03:12 Min.]
Kollegengespräch: "Das Gericht hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht"

Wobei die Tat selbst letztlich völlig unverständlich blieb. Die von dem Angeklagten vermutete Liebesbeziehung seiner Frau zu ihrem Fahrlehrer habe es so nämlich nicht gegeben. Er aber habe sich in Verlustängste hineingesteigert, sah seinen Lebensentwurf des sorgenden Vaters und Ehemanns gefährdet. Am Tatmorgen habe er sich dann in einen Gedankenstrudel verwickelt und mit der Axt zugeschlagen. Ein Hieb, so das Gericht, ausgeführt mit einem "unbedingten Vernichtungswillen".

Täter stellte sich der Polizei

Der 40-Jährige hatte im Mai dieses Jahres seine schlafende Ehefrau im Bett mit einer Axt erschlagen. Die fünf Kinder des Paares waren zur Tatzeit zwar zuhause, hatten geschlafen und von den schrecklichen Geschehnissen offenbar nichts mitbekommen. Der Mann hatte sich nach der Tat selbst der Polizei gestellt und die Tötung gestanden.

Über dieses Thema haben auch in der Region am Mittag auf SR 3 Saarlandwelle vom 29.11.2018 berichtet.

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