Ein Mähdrescher bei der Ernte (Foto: dpa)

Biolandbau boomt im Saarland

Sandra Schick   28.12.2016 | 06:00 Uhr

Immer mehr Bauernhöfe im Saarland stellen auf Biolandwirtschaft um. Wie das Umweltministerium SR.de mitteilte, haben sich allein in den vergangenen zwei Jahren 42 Betriebe zur Umstellung entschlossen. Auch bei der Vermarktung ihrer Bio-Produkte gehen die saarländischen Bauern heute immer kreativere und professionellere Wege.

Waren es im Jahr 2000 rund 40 Betriebe, die im Saarland ökologischen Landbau betrieben haben, so hatte sich ihre Zahl zehn Jahre später schon mehr als verdoppelt (siehe Abbildung). In den vergangenen zwei Jahren gab es noch einmal einen sprunghaften Anstieg: Von 2014 auf 2016 stieg die Zahl der Betriebe auf jetzt 138.

Inzwischen wird nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums 16 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im Saarland ökologisch bewirtschaftet. Das ist so viel wie in keinem anderen Bundesland. Bundesweit waren es im Jahr 2015 nur 6,5 Prozent.


"Bio ist attraktiver geworden für Bauern"

Doch wie erklärt sich dieser enorme Bio-Boom der letzten Jahre? Sabine Zikeli, Expertin für Ökologischen Landbau an der Universität Hohenheim, sagt: "Bio-Landbau zu betreiben, ist heute deutlich attraktiver für die Landwirte als es noch vor einigen Jahren war." Zum einen wurde vor zwei Jahren in allen Bundesländern die Flächenförderung für den Ökologischen Landbau deutlich erhöht. Das bedeutet, Biolandwirte bekommen pro Hektar seitdem deutlich mehr Geld. Im Saarland erhält ein Betrieb mit Acker- und Grünland aktuell nach Angaben des Umweltministeriums 189 Euro pro Hektar im Jahr. Bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 87 Hektar ergibt das rund 16.000 Euro pro Jahr pro Betrieb. Für Gemüseanbau und Dauerkulturen liegen die Prämien noch deutlich höher.

Preise für Bio-Produkte stabil

Ein weiterer Punkt sind die sinkenden Preise für Produkte aus konventioneller Landwirtschaft. Sabine Zikeli: "Der Druck ist in vielen Bereichen enorm, die Preise haben sich in den letzten Jahren in vielen Bereichen nach unten entwickelt." Der Milchpreis sei dafür ein gutes Beispiel. "Der Preis für konventionell erzeugte Milch ist stark gefallen. Der Preis für Bio-Milch ist hingegen nahezu entkoppelt vom allgemeinen Milchpreis und liegt seit Jahren relativ stabil."

Solche Entwicklungen führten insgesamt dazu, dass Bio-Landwirtschaft für viele Landwirte finanziell deutlich lohnender geworden ist, als es früher der Fall war.

Vermarktung spielt große Rolle

Ein einheitliches Erfolgsrezept gebe es für Bio-Landwirte aber nicht, sagt Zikeli. Die Herangehensweise sei je nach Betrieb und Lage höchst verschieden. Die Vermarktung der eigenen Produkte spiele aber eine große Rolle. "Wenn man mit seinem Feldsalat bei einer Supermarktkette unter dem Hauslabel landet, dann hat man es geschafft."

Auch die Bio-Bauern im Saarland gehen bei der Vermarktung ihrer Produkte teilweise sehr unterschiedliche Wege, die alle auf ihre Art erfolgreich sind. SR.de stellt drei Höfe vor, die völlig unterschiedliche Konzepte verfolgen:

Der Martinshof: Bio als Großunternehmen

Der Wintringer Hof: Bio als Teilhabe für behinderte Menschen

Der Eichelberger Hof: Der moderne Familienbetrieb

Über dieses Thema haben auch die Nachrichten auf SR 3 Saarlandwelle vom 28.12.2016 berichtet.

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