Interaktive Bilderbuch-App zu Lernzwecken (Foto: SR)

Die Zukunft des Unterrichts erleben

  19.02.2019 | 06:51 Uhr

Digitale Bildung – das ist ein Schlagwort für modernes Lernen. So auch auf der größten Bildungsmesse in Europa: der Didacta in Köln, die am Dienstat gestartet ist. Mit dabei ist auch die Saar-Uni mit ihrem Forschungsinstitut Bildung Digital.

Video [aktueller bericht, 18.02.2019, Länge: 3:33 Min.]
Saar-Uni bei Didacta in Köln

Auf den ersten Blick scheint im Forschungsinstitut Digitale Bildung, dem FoBid, die Zeit stehen geblieben zu sein. In Zeiten von Smartphone, Computer und Internet arbeiten die Forscher hier auch noch mit Bilderbüchern. Doch nicht nur: Natürlich nutzt das Institut digitale Technik fürs Lernen. So erkennt ein Computerprogramm auf dem Tablett die Bilder im Buch. Die Kinder sollen nun die richtigen Instrumente in die Truhe legen.

„Wir verbinden die analoge mit der digitalen Welt. In unserem Fall das analoge Buch mit unserer digitalen App, sodass die Kinder eben beides haben können. Sie können das analoge Buch lesen als auch entsprechend Aufgaben dazu durchführen, also zum Beispiel Leseförderung oder mathematische Kompetenzen trainieren. So funktioniert beides zusammen“, erklärt Johanna Musbach, wissenschaftliche Mitarbeiterin beim FoBid.

Didacta - größte Bildungsmesse in Europa

Die Didacta findet vom 19. bs 23. Februar in Köln statt. Über 800 aus rund 40 Ländern präsentieren ihre digitalen Innovationen im Bildungsbereich. Es werden über 100.000 Besucher erwartet.

Doch es geht an der Uni nicht nur um Bilderbücher und Apps. Das Institut erforscht auch, wie man eine Datenbrille zum Lernen nutzen könnte. So kann zum Beispiel mithilfe einer Virtual-Reality-Brille die Grabkammer der ägyptischen Königin Nefertari erkundet oder in einer begehbaren Rakete durch den digital animierten Weltraum geflogen werden. Kindergartenkinder können an einer interaktiven Kletterwand fremde Welten erkunden und dabei motorische Fähigkeiten erproben. Auch die Reparatur des Tanks einer komplexen Landmaschine durch Virtual Reality ist möglich.

"Völlig neue Möglichkeiten"

"Die digitalen Medien eröffnen völlig neue Möglichkeiten für das Lernen entlang der lebenslangen Bildungskette. Wir müssen sie nur sinnvoll einsetzen", sagt Julia Knopf, die Leiterin des FoBid. Dabei gebe es nicht die eine Patentlösung für alle Fälle. Vielmehr sei es wichtig, die Angebote in ein didaktisches Konzept einzubetten und für unterschiedliche Fächer, Branchen und Altersstufen zuzuschneiden. Das FoBid deckt dabei die frühkindliche Bildung, alle Stufen der Schule, Hochschule sowie die berufliche Fort- und Weiterbildung ab.

Der Ausstellungsstand der Saar-Uni hat eine Fläche von rund 250 Quadratmeter – und gehört damit zu den größten auf der Didacta. Vorteil des Standortes Saarbrücken: Die Bildungswissenschaftler können hier eng mit den Informatikern zusammenarbeiten und ungewöhnliche Lernwelten entwickeln. Da sich wahrscheinlich nicht jede Einrichtung solche Lernwelten leisten kann, entwickelt das Institut auch preiswerte analog-digitale Lösungen. Zum Beispiel ein Stabpuppentheater, in denen die Kinder die Szenen aus dem Buch nachspielen können.

Üner dieses Thema wurde auch in der SR-Sendung "aktueller bericht" vom 18.02.2019 berichtet.

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