Ein Imker hält eine Bienenwabe mit zahlreiche Bienen. (Foto: dpa/Silas Stein)

Der Trend geht zur Biene

Rebecca Kaiser   04.09.2017 | 14:25 Uhr

Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich die Anzahl der Imker im Saarland verdoppelt. Und auch für die kommenden Jahre ist der Trend zur Bienenhaltung ungebrochen, erklärt der Landesvorsitzende der Imker im Saarland. Aber warum entscheiden sich so viele Menschen zur Imkerei und wie viel Kosten und Arbeit steckt dahinter?

"Imkern ist definitiv im Trend", sagt Christian Pfeil, Landesvorsitzender der Imker im Saarland. Gab es vor fünf Jahren noch rund 1000 Imker im Saarland, hat sich die Zahl bis in diesem Jahr auf 2000 verdoppelt. Sehr zur Freude des Imkerverbands. Denn es gab auch Zeiten, in denen die Imkervereine stark mit Nachwuchssorgen zu kämpfen hatten. "Da gab es Vereine, die nur noch drei oder vier Mitglieder hatten. Die zählen jetzt wieder rund 40 Mitglieder", erklärt der Vorsitzende.

Diese Sorgen sind jetzt erstmal vom Tisch. Aber warum ist das Bienenhalten so beliebt? Pfeil nennt unterschiedliche Beweggründe: "Einige möchten einfach Bienen in ihrem Garten sehen, andere wollen ihre Obstbäume bestäubt haben. Aber es ist allgemein ein Zug der Menschen hin zur Natur und zu einem gesunden Nahrungsmittel."

Imkerkurse regelmäßig ausgebucht

Bienen halten kann jeder, allerdings sollte zumindest ein kleiner Garten vorhanden sein, von einer Balkonhaltung rät Pfeil ab. Wer sich dazu entscheidet, sollte vorher einige Schulungen besuchen. Diese werden von Kreisverbänden und Ortsverbänden angeboten. Allerdings ist hier Eile gefragt, denn die Kurse sind wegen des starken Aufwärtstrends regelmäßig ausgebucht. Neben Schulungen, die Jungimker besuchen sollten, ist die Bienenhaltung übrigens auch meldepflichtig. Wer imkern will, muss das beim Veterinäramt angeben.

Aufwand und Kosten nicht unterschätzen

Im Saarland halten Hobby-Imker durchschnittlich fünf Bienenvölker. Für den Start sollten Jungimker allerdings eher mit zwei oder drei Völkern starten, rät der Landesvorsitzende. Aber selbst zwei oder drei Völker bringen schon einiges an Arbeit mit, weiß Armin Schmitt, der sich vor vier Jahren zur Imkerei entschieden hat.

Bei ihm war die Bienenhaltung ein langgehegter Kindheitstraum, der sich mit dem eigenen Garten erfüllt hat. "Ich komme immer ins Schwärmen. Bienen halten ist ein wirklich ganz ganz tolles Hobby", sagt Schmitt. Man könne sich die Zeit selbst einteilen, mache was in der Natur, gleichzeitig was Nützliches und tue dabei auch noch etwas für die Umwelt.

Aufwand und Kosten, gesteht der Jungimker, habe er allerdings unterschätzt. Pro Volk könne man, wenn man alles selbst kauft, mit rund 500 Euro rechnen. Das gehe natürlich auch günstiger, da müsse man im Zweifel aber Abstriche bei der Qualität machen. Aber auch zeitlich muss, abhängig von der Saison, schon einiges investiert werden: "Im Winter muss man eigentlich fast gar nichts machen, aber in der Hauptsaison ist das richtig viel Arbeit. Da muss man schon jeden Tag an die Bienenstöcke. Da muss man pro Volk, pro Woche fünf bis sechs Stunden rechnen." Allerdings seien erfahrene Imker auch viel schneller. Er brauche da, einfach weil die Erfahrung fehlt, deutlich länger. Trotzdem ist er überzeugter Bienenhalter und empfiehlt die Imkerei jedem ohne Umschweife, "weil es so toll ist".

Imkervereine unterstützen Neulinge

Aber was steht der ganzen Arbeit und auch den Kosten gegenüber? "Man kann sagen, pro Volk bekommt man so rund 15 bis 20 Liter Honig raus. 15 Liter sind dann 30 Gläser", so Schmitt. Allerdings sind die Preise für selbstgemachten Honig deutlich höher als bei der Ware im Supermarkt. Saarbrücker Imker verlangen zwischen sieben und neun Euro pro 500 Gramm-Glas. Das hält Schmitt aber für angemessen, denn "ein Produkt hier vom Imker, das ist Natur pur, das ist sauber, das ist ganz rein, da ist keine Chemie drin."

Bestäubungsrechner des Deutschen Imkerverbunds
Bienen als Bestäuber

Generell rät der Imkerverband Jungimkern, sich einem Verein anzuschließen. Dort könne man sich zum einen verschiedene Materialien, wie zum Beispiel eine Honigschleuder zur Honigernte ausleihen. Zum anderen bekommt man einen Imkerpaten, der den Neuen mit Rat und Tat zur Seite steht.

Ein netter Nebeneffekt der Imkerei: Wer Bienen hält, der hilft tatsächlich der Umwelt. "Honig kann man importieren, Bestäubungsleistung nicht, und die Bestäubung von Nutz- aber auch Wildpflanzen ist eine sehr wichtige Aufgabe der Bienen", erklärt Christian Pfeil, Landesvorsitzender des Imkerverbands.

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