Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (Foto: dpa/Uli Deck)

BGH-Urteil: Formulare dürfen männlich bleiben

dpa   13.03.2018 | 12:59 Uhr

Der Bundesgerichtshof hat entschieden: Frauen haben kein Recht auf eine weibliche Ansprache in Formularen. Das oberste deutsche Zivilgericht wies am Dienstag in Karlsruhe die Revision einer Sparkassen-Kundin aus dem Saarland zurück.

"Worte sind Bilder im Kopf" - Ein Kommentar zum Urteil des BGH
Audio [SR 2, SR 2, Gigi Deppe (SWR), 13.03.2018, Länge: 02:27 Min.]
"Worte sind Bilder im Kopf" - Ein Kommentar zum Urteil des BGH

Die 80-jährige Klägerin Marlies Krämer aus Sulzbach sah in männlichen Formulierungen wie „Kunde“ oder „Kontoinhaber“ einen Verstoß gegen den im Grundgesetz garantierten Gleichheitsgrundsatz. Das sieht der BGH nicht so: Mit der verallgemeinernden Ansprache in männlicher Form werde sie nicht wegen ihres Geschlechts benachteiligt. Die Anrede „Kunde“ für Frauen sei weder ein Eingriff in das Persönlichkeitsrecht noch ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, argumentierte das Gericht.

Kundinnen dürfen auch Kunden sein
Audio [SR 2, Gigi Deppe (SWR), 13.03.2018, Länge: 01:49 Min.]
Kundinnen dürfen auch Kunden sein

Die Klage der engagierten Kämpferin für Frauenrechte aus dem Saarland war schon in den Vorinstanzen erfolglos geblieben: Schwierige Texte würden durch die Nennung beider Geschlechter nur noch komplizierter, argumentierte das Landgericht Saarbrücken. Trotz ihrer Niederlage nun auch vor dem BGH denkt die kampferprobte Seniorin nicht ans Aufgeben: „Ich ziehe auf jeden Fall vor das Bundesverfassungsgericht“, hatte sie schon vorab angekündigt.

Video [aktueller bericht , 13.03.2018, Länge: 2:24 Min.]
BGH - Urteil zu männlicher Ansprache in Formularen

Über dieses Thema wurde auch in der Bilanz am Mittag auf SR 2 Kulturradio vom 13.03.2018 berichtet.

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