Passanten drängen sich durch die Innenstadt (Foto: dpa)

Deutschland wächst, das Saarland schrumpft

  14.09.2018 | 15:06 Uhr

In den meisten Bundesländern ist die Bevölkerung im vergangenen Jahr geringfügig gestiegen. Das hat das Statistische Bundesamt am Freitag mitgeteilt. Im Saarland und einigen ostdeutschen Bundesländern sieht es allerdings anders aus.

Ende 2017 lebten laut statistischem Bundesamt 82,8 Millionen Menschen in Deutschland. Das sei ein Zuwachs von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, heißt es. Den Anstieg führen die Statistiker ausschließlich auf die Zuwanderung zurück: Im vergangenen Jahr wanderten 405.000 Menschen mehr zu als durch Abwanderung verloren gingen.

Auf Länderebene sieht es wie folgt aus: In zwölf der 16 Bundesländer nahm die Einwohnerzahl zu - am stärksten in Baden-Württemberg mit einem Zuwachs um 71.500 Einwohner, gefolgt von Bayern mit 66.500 und Berlin mit 38.700 Einwohnern mehr.

Rückgang im Saarland und im Osten

Im Saarland zeichnet sich als einzigem westdeutschen Bundesland indes ein Bild entgegen dem Bundestrend ab. Hier nahm die Bevölkerungszahl von 996.700 auf 994.200 ab. Das entspricht einem Rückgang von 0,2 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung ist nur noch in Sachsen-Anhalt (-0,6 Prozent)  und Thüringen (-0,3 Prozent) zu beobachten.

"Saarland steht nicht schlecht da"

Für Sebastian Klüsener vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sind diese Entwicklungen Nachwehen des Strukturwandels. Das Saarland sei durch die Montanindustrie lange Zeit ein Magnet für Menschen gewesen. "Durch die strukturelle Arbeitslosigkeit im Zuge des Wandels ist es zu Abwanderung und Überalterung gekommen." Allerdings sei diese Entwicklung nicht langfristig zu sehen und sage nichts über die Zukunft des Saarlandes aus. "Wichtig ist, dass das Saarland attraktiv und zukunftsfähig bleibt. Und wenn wir uns die Binnenwanderung der jüngeren Altersgruppen anschauen, steht das Saarland nicht schlecht da", so Klüsener.

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