Bergleute aus Ibbenbüren (Foto: SR)

Zu Besuch bei Saar-Bergleuten in Ibbenbüren

Mirko Tormic / Onlinefassung: Kai Forst   11.09.2018 | 20:39 Uhr

Das Ende des Bergbaus in Deutschland rückt näher. Am 21. Dezember ist auch im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren offiziell Schluss. Dort arbeiten derzeit noch 40 Saarländer. Ein Besuch kurz vor dem Ende einer Ära.

Nordschacht, Ibbenbüren: Aus über 1500 Metern wurde hier Steinkohle gefördert. Bis 2014 knapp zwei Millionen Tonnen jährlich. Damals noch von über 2500 Bergleuten. Jetzt kurz vor dem offiziellen Ende am 21. Dezember sind es noch 500 - davon 40 aus dem Saarland. Einer von ihnen ist Stefan Henrich. "Ich bin 2010 mit 80 Mann hier hoch, da war man nicht allein und wir wussten, dass insgesamt 750 kommen werden. Aber es war natürlich schlimm , ich habe ein Haus, einen Sohn und eine Partnerin, aber ich bin 24 Jahre Bergmann, man folgt der Arbeit. Bergbau ist Bergbau", erzählt Henrich.

Video [aktueller bericht, 11.09.2018, Länge: 5:08 Min.]
Letzte Saar-Bergleute in Ibbenbüren

"Es macht schon traurig"

Zu Besuch bei den Saar-Bergleuten in Ibbenbüren
Audio [SR 3, (c) SR Yvonne Schleinhege, 12.09.2018, Länge: 03:18 Min.]
Zu Besuch bei den Saar-Bergleuten in Ibbenbüren

Technisch ist der Abbau im Vergleich zum Saarland unterschiedlich vorangetrieben worden. Die Kohlevorkommen sind deutlich kleiner. Trotzdem haben die Saarländer volle Verantwortung übernommen. Sogar beim letzten sogenannten Abkohlen - der wirklich allerletzten Kohleförderung am 17. August. Übertage stapelt sich inzwischen das, was man aus den über 60 Kilometern Stollensystem raufgeschafft hat. Was nicht verkauft werden kann wird verschrottet. Für die Saar-Bergleute wie Frank Kiefer heißt das Endzeitstimmung. "Es macht schon traurig, aber die Politik hat es so gewollt und wir müssen gehen." Wer wie er mit 50 in den erzwungenen Vorruhestand gehen muss, hat es nicht leicht. Denn eine neue Stelle dürfen die Bergleute nicht annehmen, höchstens Aushilfsjobs.

Festveranstaltung zum Bergbauende

Zum Ende des Steinkohlebergbaus wollen die Landtage von Nordrhein-Westfalen und des Saarlandes an dessen Geschichte erinnern - mit einer gemeinsamen Festveranstaltung in Düsseldorf. Ein Dutzend Landtagsvertreter, Bürgermeister und auch Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sind nach Düsseldorf zur Festveranstaltung gereist.

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Über dieses Thema am 11.09.2018 auch im SR Fernsehen berichtet.

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