Schlaflosigkeit (Foto: Michaela Begsteiger/dpa-Reportdienste)

Arbeitnehmer leiden häufig unter Schlafstörungen

  06.12.2019 | 12:34 Uhr

Saarländische Arbeitnehmer schlafen schlechter als Beschäftigte in den anderen Bundesländern. Die Folge sind unter anderem auch gesundheitliche Probleme. Die Barmer fordert deshalb, Schlafstörungen besser vorzubeugen.

Ein- und Durchschlafstörungen, Albträume und Nachtangst raubten 2017 4,3 Prozent der saarländischen Beschäftigten den Schlaf. Weniger Schlaf bekommen bundesweit laut dem Gesundheitsreport der Krankenkasse Barmer nur die Beschäftigten in Berlin. Am besten schlafen demnach die Menschen in Sachsen-Anhalt (2,7 Prozent).

Nicht nur bundesweit, sondern auch innerhalb des Saarlandes lassen sich große Unterschiede feststellen. So erhielten Beschäftigte mit Wohnsitz im Landkreis Neunkirchen, im Saarpfalz-Kreis und im Regionalverband Saarbrücken im Mittel der Jahre 2015 bis 2017 häufiger die Diagnose "Schlafstörung" als in den Landkreisen Saarlouis, St. Wendel und Merzig-Wadern.

Dunkelziffer deutlich höher

Tatsächlich könnten noch mehr Saarländer unter Schlafproblemen leiden, glaubt Dunja Kleis, die Landesgeschäftsführerin der Barmer. "Die Dunkelziffer bei Schlafstörungen liegt höher. Patienten sprechen Schlafstörungen beim Arztbesuch oft nicht an, wenn sie nicht zu erheblichen Beeinträchtigungen führen oder andere gesundheitliche Probleme wesentlicher erscheinen."

Frauen sind laut der Studie öfter von Schlafstörungen betroffen als Männer. Das könnte laut Barmer daran liegen, dass sie eher dazu neigen, von Problemen nicht abschalten zu können. Aber nicht nur Probleme wie finanzielle Sorgen auch die Beschäftigungsart und die Bevölkerungsdichte beeinflussen die Schlafqualität. So leiden Schichtarbeiter beispielsweise überdurchschnittlich oft an Schlafstörungen, in Städten führen Lärm und Lichtverschmutzung zu einer schlechteren Schlafqualität.

"Schlafstörungen sind eine Volkskrankheit"

Die Schlaflosigkeit wirkt sich auch auf die Gesundheit aus. Bundesweit waren Beschäftigte mit diagnostizierten Schlafstörungen durchschnittlich 56 Tage arbeitsunfähig gemeldet und damit 36 Tage mehr als die übrigen Beschäftigten. Besonders bedenklich: Im Vergleich zum Jahr 2005 hat die Zahl der Beschäftigten mit ernsten Schlafproblemen zugenommen. Sie liegt im Saarland nun um 36 Prozent höher als noch vor 14 Jahren.

"Schlafstörungen sind eine Volkskrankheit", so die Landesgeschäftsführerin der Barmer. Sie fordert deshalb, dass der Vorbeugung von Schlafstörungen mehr Bedeutung zukommen sollte. Entgegenwirken könnten etwa eine Gesundheitserziehung in der Schule und betriebliche Gesundheitsangebote. Außerdem sollten Ärzte, Psychotherapeuten und Beschäftigte in anderen Gesundheitsberufen bereits in ihrer Ausbildung umfangreiche Kenntnisse zur Behandlung von Schlafstörungen vermittelt bekommen.

Verzicht auf digitale Medien und Fernsehen

Aber auch jeder Einzelne kann selbst etwas tun, um besser zu schlafen. Kleis empfiehlt, am Abend und in den Nachtstunden digitale Medien oder Fernsehen nicht exzessiv zu nutzen. Das gilt vor allem für die letzte Stunde vor dem Schlafengehen.

Für den Gesundheitsreport hat die Barmer die Daten von rund 52.000 versicherten Erwerbstätigen mit Wohnsitz im Saarland ausgewertet.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten vom 06.12.2019 berichtet.

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