Das Strafgesetzbuch liegt auf einer Akte. (Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa)

Rechtsmedizinerin glaubt nicht an epileptischen Anfall

mit Informationen von Barbara Spitzer   04.02.2020 | 15:02 Uhr

Im Berufungsverfahren zum tödlichen Auffahrunfall auf der A620 bei Klarenthal hat die sachverständige Gutachterin ihren Bericht vorgestellt. Einen epileptischen Anfall als Ursache für die Kollision an einem Stauende, bei der im Sommer 2016 ein 23-Jähriger ums Leben kam, hält sie für hoch- bis höchstunwahrscheinlich.

Die klinischen Befunde bei der Untersuchung der Gehirnaktivität kurz nach dem Unfall im August 2016 seien unauffällig. Zudem seien von der Angeklagten keine früheren Anfälle bekannt, sagte die Rechtsmedizinerin am Dienstag vor dem Landgericht.

Gegen einen längeren Krampfanfall spreche, dass die Fahrerin kurz  vor der Unfallstelle noch durch eine lange Rechtskurve steuern konnte. Extrem kurze Krampfanfälle seien bei Kindern bekannt, bei Erwachsenen ohne Vorgeschichte aber in der medizinischen Literatur nicht dokumentiert.

Verteidiger strebt Freispruch an

Die 43-Jährige Angeklagte muss sich wegen fahrlässiger Tötung in dritter Instanz verantworten. Im Sommer 2016 war sie aus Richtung Völklingen kommend mit ihrem Geländewagen kurz vor der Anschlussstelle Klarenthal in das Ende eines Staus gerast. Während die Unfallverursacherin unverletzt blieb, kam ein 23-Jähriger, der mit seinem Kleinwagen am Stauende gestanden hatte, ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt.

Die Angeklagte hatte ihre Verurteilung angefochten und beruft sich auf einen epileptischen Anfall als Unfallursache. Ihr Verteidiger strebt Freispruch an.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.02.2020 berichtet.

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