Das Strafgesetzbuch liegt auf einer Akte. (Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa)

Revision im Unfallprozess hat begonnen

Thomas Gerber   31.01.2020 | 17:06 Uhr

Vor dem Landgericht hat am Freitag der Revisionsprozess gegen eine 43-jährige Frau begonnen, die im August 2016 bei Klarenthal mit hoher Geschwindigkeit in ein Stauende gefahren war.

Der Unfall hatte landesweit für Entsetzen gesorgt. Im Sommer 2016 war eine Frau aus Richtung Völklingen kommend mit ihrem Geländewagen kurz vor der Anschlussstelle Klarenthal in das Ende eines Staus gerast. Während die Unfallverursacherin unverletzt blieb, kam ein 23-Jähriger, der mit seinem Kleinwagen am Stauende gestanden hatte, ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt. Vor dem Landgericht hat am Freitag der Revisionsprozess gegen die Unfallverursacherin begonnen.

Die 43-Jährige sitzt zum dritten Mal auf der Anklagebank. Nachdem sie vom Amtsgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden war, hatte sie Berufung eingelegt, war damit zunächst aber gescheitert. Ihre Revision war dann hingegen erfolgreich.

Gutachter prüft milde Form der Epilepsie

Damit müssen die Eltern des Opfers zum dritten Mal mitanhören, wie ihr Sohn an jenem Sonntagnachmittag ums Leben kam. Es geht um die Frage, ob die Unfallverursacherin für den verheerenden Crash strafrechtlich belangt werden kann. Zunächst war von einer Panikattacke, dann von einem epileptischen Anfall die Rede. Der allerdings war medizinisch nicht belegbar.

Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts muss nun geprüft werden, ob die Fahrerin des Geländewagens eine sogenannte Absence hatte – eine milde Form der Epilepsie mit einer wenige Sekunden dauernden Geistesabwesenheit. Dann wäre sie möglicherweise vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung freizusprechen. Schuldig oder im Zweifel für die Angeklagte? Entscheidend dürfte sein, was der neurologisch-psychiatrische Gutachter sagt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 31.01.2020 berichtet.

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