Feuerwehrauto (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Etappensieg für Stadt im Feuerwehrstreit

mit Informationen von Thomas Gerber   12.04.2019 | 19:45 Uhr

Das Oberverwaltungsgericht hat den Bescheid über die Wiedereinsetzung von Saarbrückens Feuerwehrchef Josef Schun ausgesetzt. Die Stadt hatte zuvor einen entsprechenden Antrag gestellt. Die Feuerwehrleute, die durch massenhafte Krankmeldungen die Berufsfeuerwehr seit Donnerstagnachmittag lahmlegen, werden zum Amtsarzt beordert.

Bis Dienstag, 12 Uhr, müssen sich alle krankgemeldeten Feuerwehrleute amtsärztlich untersuchen lassen und ein entsprechendes Attest vorlegen, entschied das Gericht. So lange gilt auch die Aussetzung des Bescheids.

Video [aktueller bericht, 12.04.2019, Länge: 3:24 Min.]
Wie geht es weiter bei der Berufsfeuerwehr Saarbrücken?

Feuerwehrgipfel der Bürgermeister
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 12.04.2019, Länge: 03:08 Min.]
Feuerwehrgipfel der Bürgermeister

Nachdem sich bereits am Donnerstag 27 Beschäftigte krankgemeldet hatten, soll die Zahl der Krankmeldungen am Freitagmorgen weiter gestiegen sein. Grund für den Unmut bei der Feuerwehr war ein früheres Urteil des Verwaltungsgerichts, wonach die Landeshauptstadt Schun auf seinen Posten als Chef der Berufsfeuerwehr zurückversetzen müsse.

Nach Ansicht der Feuerwehrgewerkschaft haben die Saarlouiser Richter dabei die menschliche Seite nicht ausreichend berücksichtigt. Mit Schun jedenfalls, so die Gewerkschaft, wolle kaum ein Kollege mehr zusammenarbeiten. "Seit Monaten ist die psychische Belastung der Mitarbeiter so hoch, dass es aus unserer Sicht nachvollziehbar scheint, krankheitsbedingt den Dienst zu beenden." Man sehe darin ausdrücklich "keinen Boykott", sondern vielmehr einen "Hilferuf, nun endlich in der Sache zur Ruhe zu kommen", so die Feuerwehrgewerkschaft im Saarland.

Freiwillige Feuerwehr soll einspringen

Panorama
Streit bei Feuerwehr eskaliert
Der Streit bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr um die Rückkehr von Amtsleiter Josef Schun ist eskaliert. Am Donnerstag haben sich zahlreiche Feuerwehrleute krank gemeldet.

Saarbrückens Sicherheitsdezernent Harald Schindel wollte die massenhaften Krankmeldungen der Feuerwehrleute nicht bewerten. Die Sicherheit der Bevölkerung, betont Schindel, sei aber auch ohne die 180 Beschäftigten der Berufswehr sichergestellt.

Die fünf Saarbrücker Löschbezirke der Freiwilligen Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft und könnten die Aufgaben der Kollegen der Berufsfeuerwehr übernehmen. Dies sei allerdings nur für einige wenige Tage machbar. Momentan werden die Freiwilligen Feuerwehren im Notfall über die Rettungsleitstelle auf dem Winterberg alarmiert. Wie lange sich der Ausnahmezustand noch hinziehen wird, ist unklar. Über das Wochenende bleibt es vermutlich bei der aktuellen Notlösung. Denn die eingereichten Krankenscheine betreffen wohl jeweils mehrere Tage.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 12.04.2019 berichtet.

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