Reinhold Jost sagt dem überflüssigen Einwegbecher-Müll den Kampf an. (Foto: Felicitas Fehrer)

Einweg adé: Umwelt-Kampagne "Becherheld"

Felicitas Fehrer   23.11.2017 | 14:14 Uhr

Schluss mit Müll-to-go: Anlässlich der Europäischen Woche der Abfallvermeidung haben die Deutsche Umwelthilfe und das saarländische Umweltministerium die Kampagne "Becherheld" ins Saarland geholt. Das Ziel: Weniger Müll durch Einweg-Pappbecher.

Auf dem Weg zur Arbeit noch schnell einen Coffee to go in der nächsten Bäckerei abgreifen - das gehört für viele zum festen Morgenprogramm. Der Becher landet dann meist nach rund 15 Minuten im nächsten Mülleimer. Und genau hier liegt laut Umweltminister Reinhold Jost (SPD) das Problem.

"Bei 2,8 Milliarden Einwegbechern, die deutschlandweit jedes Jahr verbraucht werden, kommt die gigantische Menge von 44.000 Tonnen unnötigen Mülls zusammen", sagt Jost. Im Saarland seien es jährlich rund 34 Millionen Einwegbecher, die verbraucht werden. Gemeinsam mit der Deutschen Umwelthilfe sagt Jost dem überflüssigen Müll von Einwegbechern jetzt den Kampf an.

Goldener Mehrwegbecher soll das Problem lösen

"Becherheld" nennt sich die Kampagne, die dabei helfen soll, unnötigen Müll zu vermeiden. Dabei soll der Kaffee für unterwegs künftig nicht mehr in Pappbecher abgefüllt werden, sondern in selbst mitgebrachte Mehrwegbecher. Die gibt es zu einem Preis von 5,90 Euro vor Ort in den jeweiligen Ausschankstellen zu kaufen.

Der goldene Mehrwegbecher soll für ein saubereres Saarland sorgen. (Foto: Felicitas Fehrer)
Der goldene Mehrwegbecher soll für ein saubereres Saarland sorgen.

Bisher sind rund 100 Bäckereien, Tankstellen und Schnellrestaurants mit im Boot - darunter auch Mc Donald's. Wo sich die nächste "Becherheld-Tankstelle" befindet, kann man auf einer interaktiven Karte unter www.becherheld.saarland.de nachlesen.

Mitmachen kann jeder Betrieb, der Heißgetränke anbietet. Dazu reicht eine Anmeldung per Mail an Becherheld@Umwelt.Saarland.de. Anschließend wird der Betrieb online registriert und erhält Informationsmaterial.

Umweltminister Reinhold Jost mit Bäckerinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauer (Foto: Felicitas Fehrer)
Umweltminister Reinhold Jost mit Bäckerinnungsmeister Hans-Jörg Kleinbauer

"Diese Idee schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel", sagt Reinhold Jost. "Einfach den Mehrwegbecher morgens einpacken und dann unterwegs auffüllen lassen. So spart man bei jeder Befüllung zehn Cent."

Auch der Entsorgungsverband Saar unterstützt die Aktion. "Mit Hilfe dieser neuen Mehrwegbecher kann jeder einzelne Saarländer einen konstruktiven Beitrag zur Abfallvermeidung leisten - und das ganz einfach", sagt Geschäftsführer Georg Jungmann.

Erstes saarländisches "Becherheld"-Café in Dudweiler

Bäckereiverkäuferin Miriam verkauft in "Kleinbauers Backstuben" in Dudweiler die Mehrwegbecher. (Foto: Felicitas Fehrer)
Bäckereiverkäuferin Miriam verkauft in "Kleinbauers Backstuben" in Dudweiler die Mehrwegbecher.

Im Saarland fand die Kampagne von Anfang an Zuspruch: So rufen die Bäckerinnung des Saarlandes und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverein alle Betriebe zum Mitmachen auf. Das erste Café im Saarland, das sich an der Aktion beteiligt, ist "Kleinbauers Backstuben" in Dudweiler. Dort wird jeder Kunde, der ein Heißgetränk zum Mitnehmen bestellt, auf die neuen Mehrwegbecher aufmerksam gemacht. "Gestern haben wir schon zehn Stück verkauft - mal sehen, was heute so geht", sagt Bäckereiverkäuferin Miriam.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 23.11.2017 berichtet.

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