Baubranche - Saarland  (Foto: Pixabay/ Capri23auto / 5807 Bilder)

Baumaterial wird im Saarland knapp und teuer

Karin Mayer   22.04.2021 | 11:32 Uhr

Immer mehr Baubetrieben und Handwerkern im Saarland fehlt das Baumaterial. Das macht auch Bauherren zu schaffen, denn die Preise sind teilweise drastisch gestiegen.

Eigentlich hat die Baubranche keinen Grund zu klagen: Die Auftragsbücher sind voll, das Geschäft läuft stabil auch in der Pandemie. Aber jetzt kommt Sand ins Getriebe: Immer mehr Baubetrieben und Handwerkern im Saarland fehlt das Baumaterial.

Am schwierigsten ist die Lage beim Holz. Das Material für Dachstühle oder Holzhäuser sei kaum lieferbar, die Preise hätten sich verdoppelt, so Christian Ullrich vom Arbeitgeberverband Bau. Auch die Preise für einfache Produkte wie Dachlatten seien explodiert.

Video [aktueller bericht, 16.04.2021, Länge: 3:28 Min.]
Globaler Markt sorgt für Baustoffmangel

Lieferengpässe sieht der Arbeitgeberverband auch bei Dämmstoffen, Styropor, Kunststoffrohren und Bitumen. Die Kosten seien zwischen 20 und 30 Prozent gestiegen. Die Auftragslage im Bauhandwerk sei gut, wegen fehlender Baumaterialien hätten aber die ersten Unternehmen vorsorglich Kurzarbeit angemeldet. 

Mehrere Gründe für Engpässe

Hintergrund für die Engpässe beim Holz sind Trockenheit, Schädlingsbefall und schlechte Holzernten im vergangenen Jahr. Außerdem gibt es eine hohe Nachfrage nach Baustoffen aus den USA und China. Preissteigerungen und Engpässe bei Kunststoff, Styropor oder Dämmmaterial begründet der Arbeitgeberverband Bau mit höheren Ölpreisen und mit dem Corona-Lockdown in der Industrie. 

Fehlendes Material für Aufträge

Die Baubranche im Saarland beschäftigt 10.000 Mitarbeiter in 1500 Betrieben. Das Handwerk hat 80.000 Beschäftigte in 12.000 Unternehmen. Helmut Zimmer ist seit 35 Jahren im Geschäft. Dass er kein Baumaterial bekommt, hat er noch nicht erlebt. Seine 20 Mitarbeiter könnten bis zum Jahresende Aufträge abarbeiten, stattdessen fehlt das Material. Grobspanplatten für den Innenausbau sollen erst im September geliefert werden. Gebraucht werden sie jetzt.

Sehr ärgerlich, findet der Unternehmer. Alles sei eingetaktet, stattdessen müsse er nun Preise neu aushandeln. Bei einem Holzhaus oder einem Großprojekt kommen 50.000-100.000 Euro Zusatzkosten auf die Bauherren zu. Für Helmut Zimmer nicht nachvollziehbar: Die Exporte in die USA und nach China haben den Markt leergefegt. Deutschland habe wenig Rohstoffe, es könne nicht sein, dass man sich alles wegkaufen lasse.

Baumaterial ist knapp und teuer
Audio [SR 3, Karin Mayer, 22.04.2021, Länge: 03:16 Min.]
Baumaterial ist knapp und teuer

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 22.04.2021 berichtet.

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