Eingerüsteter Rohbau eines Einfamilienhauses in einem Neubaugebiet. (Foto: picture alliance/Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Saarländer beantragen häufiger Baukindergeld

  27.06.2020 | 19:17 Uhr

Im Saarland wird das Baukindergeld häufiger als im Bundesdurchschnitt in Anspruch genommen. Immobilienkäufer und Bauherren haben allerdings nicht mehr viel Zeit: Nur noch bis Jahresende gibt es den Bonus.

Nach Angaben der Bundesregierung sind bis zum 31. Mai dieses Jahres insgesamt fast 233.000 Anträge auf Baukindergeld mit einem Volumen von knapp 4,9 Milliarden Euro bei der Förderbank KfW eingegangen. Im Bundesländervergleich wird das Baukindergeld in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern besonders gut angenommen. Aber auch im Saarland, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen wird es häufig genutzt.

Im Bundesdurchschnitt kommen auf 1000 Familien mit minderjährigen Kindern 29 Anträge auf Baukindergeld. Im Saarland sind es 35 Anträge, beim bundesweiten Spitzenreiter Brandenburg 39. Im Saarland haben etwa 3200 Familien bis Ende Mai dieses Jahres Baukindergeld beantragt.

Weit unterdurchschnittlich in Anspruch genommen wird das Baukindergeld dagegen in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. In Berlin sind es nur 10 Anträge und in Hamburg 13 Anträge pro 1000 Familien.

Preise und Einkommen entscheidend

Wo das Baukindergeld mehr hilft und wo weniger, ist auch eine Frage des Immobilienpreisniveaus sowie des regionalen Einkommensniveaus. Nach Berechnungen des Immobilienforschungsinstituts empirica war es um die Relation von beidem im ersten Quartal 2020 im Saarland und in Rheinland-Pfalz besser bestellt als im Bundesdurchschnitt.

Eine 60 bis 80 Quadratmeter große Wohnung beispielsweise war dort mit knapp fünf durchschnittlichen Nettojahreseinkommen zu bezahlen. In Hamburg und Berlin sind hingegen mehr als neun Jahreseinkommen für eine vergleichbare Wohnung aufzubringen.

Nur noch bis Jahresende Baukindergeld

Angehende Wohneigentümer können allerdings nur noch bis Jahresende vom Baukindergeld profitieren. LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann: "Nur wer bis zum 31. Dezember dieses Jahres einen Kaufvertrag unterzeichnet oder eine Baugenehmigung erhalten hat, kann noch bis Ende 2023 einen Antrag auf Baukindergeld bei der Förderbank KfW stellen."

Weil die Corona-Auflagen die Umsetzung so mancher Eigentumspläne verzögert haben dürften, plädiert Guthmann dafür, diese Frist um mindestens sechs Monate zu verlängern. Der Lockdown habe auch den Immobilienmarkt vorübergehend eingefroren, erläutert Guthmann.

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