40 Jahre Bostalsee, aktuelle Luftaufnahme (Foto: Landkreis Sankt Wendel/Pressefoto)

Sehr gute Wasserqualität in saarländischen Badeseen

Caroline Uhl / Niklas Resch   24.05.2019 | 12:32 Uhr

Die beiden Badegewässer Bostalsee und Losheimer Stausee haben weiterhin eine ausgezeichnete Wasserqualität. Das ergaben Messungen der Gesundheitsbehörden vor Beginn der offiziellen Badesaison. Die beiden Seen wurden dabei auch auf antibiotikaresistente Bakterien untersucht.

Die Botschaft für Losheimer Stausee und Bostalsee ist klar: Bei den gesetzlich vorgeschriebenen Messungen auf E.Coli-Bakterien sowie auf Intestinale Enterokokken erreichen alle Badestellen hervorragende Werte, die allesamt deutlich unter den Grenzwerten liegen (hier die genauen Ergebnisse auf der Webseite des Gesundheitsministeriums).

Video [aktueller bericht, 24.05.2019, Länge: 2:29 Min.]
Saarländische Badeseen haben gute Wasserqualität

Keine Antibiotikaresistenten Bakterien – im Moment

Sehr gute Wasserqualität in saarländischen Badeseen
Audio [SR 3, Caroline Uhl, 24.05.2019, Länge: 01:00 Min.]
Sehr gute Wasserqualität in saarländischen Badeseen

Zusätzlich zu diesen vorgeschriebenen Tests hat das Gesundheitsministerium die Seen auch wieder auf antibiotikaresistente Erreger untersuchen lassen. Die Ausbreitung von Bakterien, gegen die viele Antibiotika nicht mehr wirken, ist laut Experten weltweit eines der drängendsten Probleme in der Medizin. Diese Erreger können sich auch übers Wasser verbreiten. Wie das Gesundheitsministerium dem SR mitteilte, gibt es derzeit keinen Grund zur Sorge: Zum Zeitpunkt der Probenziehung Anfang Mai fanden sich keine antibiotikaresistenten Bakterien in Bostalsee und Losheimer Stausee.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Laut Gewässerexperten können diese Erreger hauptsächlich durch Badegäste in die Seen gelangen. Dass vor der Badesaison alles sauber ist, ist daher nicht weiter verwunderlich. Im vergangenen Jahr hatte der SR bei Messungen während der Badesaison antibiotikaresistente Erreger in geringer Konzentration in den beiden Seen gefunden. Das Gesundheitsministerium will Mitte August, also noch in der Badesaison, erneut kontrollieren.

Keine Nachmessungen in Bächen – trotz hoher Werte

Ein Ergebnis der Untersuchungen für den SR im vergangenen Sommer war auch: Bäche und Flüsse im Saarland sind deutlich stärker mit gefährlichen Bakterien belastet als die Badeseen. So fanden sich zum Beispiel in Erbach und Köllerbach besonders hohe Konzentrationen. In beide Bäche fließt Wasser aus Kläranlagen.

Dass solche Gewässer stark belastet sind, ist allerdings kein saarländisches Phänomen. Durch Kläranlagen gelangen generell viele Bakterien in die Gewässer – es sei denn, diese sind mit speziellen Filteranlagen ausgestattet. Bisher gibt es die aber nur in Modellkläranlagen außerhalb des Saarlands. Ob diese in Zukunft Vorbild für andere Kläranlagen werden, klärt derzeit das bundesweite Forschungsprojekt Hyreka. Dabei sollen nicht nur Vorschläge erarbeitet werden, welche Ausstattung Kläranlagen künftig bekommen sollen. Es geht generell darum, zu verhindern, dass sich antibiotikaresistente Bakterien weiter in der Umwelt verbreiten.

Auf diese Vorgaben wartet das saarländische Umweltministerium, das für die Bäche und Flüsse im Saarland zuständig ist, nach eigener Aussage. Auf SR-Anfrage heißt es: „Aktuell sehen wir keinen Handlungsbedarf.“ Deshalb seien auch seit dem vergangenen Sommer keine Gewässer beprobt worden. Das sei auch trotz der SR-Untersuchung nicht geplant – bis konkrete Vorgaben aus dem bundesweiten Forschungsprojekt vorliegen.

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Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten am 24.05.2019 berichtet.

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