Der ehemalige SR-Chefredakteur Axel Buchholz (Foto: Martin Breher/SR)

Axel Buchholz: Journalist aus Leidenschaft

Anna Wagner   10.09.2019 | 08:30 Uhr

Als Brückenbauer zwischen Medien, Gesellschaft und Politik hat Axel Buchholz die Europawelle und den Saarländischen Rundfunk geprägt. Dem Sender ist er treu geblieben. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag.

„Mein Zuhause seit vielen Jahrzehnten, seit 1960, das ist das Saarland", sagt Axel Buchholz und lächelt. Er spricht warm über das Land und den Sender, dem er sich besonders verbunden fühlt: Durch die gute Gemeinschaft und Kollegialität unter den Mitarbeitern, sein Interesse an Rundfunk- und Landesgeschichte und „durch die Dankbarkeit gegenüber dem Sender, der mir viele Möglichkeiten geboten hat und wo ich mich immer gut aufgehoben gefühlt habe".

Berliner oder Saarländer? Zum 80. Geburtstag von Axel Buchholz
Video [SR.de, Kai Forst, 09.09.2019, Länge: 02:54 Min.]
Berliner oder Saarländer? Zum 80. Geburtstag von Axel Buchholz
Axel Buchholz - der ehemalige SR-Journalist wird 80. Wir haben mit ihm über seine Highlights aus 40 Jahren SR gesprochen. Außerdem hat er uns verraten, ob er sich mehr als Berliner oder als Saarländer fühlt und wie er die Rolle von Social Media im Journalismus beurteilt.

Angefangen hat alles in der heutigen Hauptstadt: Geboren 1939 in Berlin begann Buchholz seine journalistische Laufbahn bei der Schülerzeitung des Herder-Gymnasiums in Berlin-Charlottenburg. Zu Schulzeiten und während seines Jurastudiums schrieb er außerdem für die Berliner Zeitungen Spandauer Volksblatt und Telegraf. Später war er für den Jugendfunk des Senders Freies Berlin tätig.

Pionier beim Saarländischen Rundfunk

1960 wechselte Buchholz zum Saarländischen Rundfunk. Als Redakteur arbeitete er für Hörfunk und Fernsehen. Er war unter anderem Moderator des Abendmagazins „Zwischen Heute und Morgen", eines der ersten politischen Abendmagazine im deutschen Rundfunk. 1991 wurde er Wellenchef bei SR 1 Europawelle. Bis zu seiner Pensionierung 2002 war er Chefredakteur und stellvertretender Hörfunkdirektor. Neben dem Journalismus war er immer auch an neuen Entwicklungen interessiert: Gemeinsam mit Alexander Kulpok vom Sender Freies Berlin gehörte Axel Buchholz ab 1977 zu den Vorreitern des Videotextes in Deutschland.

80 Jahre Axel Buchholz

Die fortschreitende technische Entwicklung war schon zu seinen Zeiten beim SR ein Thema. Dass es damals einfacher gewesen wäre als heute, in Zeiten des Internets, glaubt Axel Buchholz nicht: „Wir hatten genügend Herausforderungen, auch als Radio-Journalisten. Wir mussten uns gegen das Fernsehen behaupten – mit dem Radio. Das war die erste große Herausforderung. Und die zweite große Herausforderung: Wir mussten die Radiostrukturen anpassen an die neuen Hörgewohnheiten: Das Radio, das man nebenbei hört." Wenn Axel Buchholz über seine Erfahrungen und Weggefährten erzählt, spürt man seinen Enthusiasmus und die Hingabe für seine Arbeit.

Besonderes Engangement bei der Nachwuchsförderung

Einfluss über den SR hinaus

Mit dem Axel-Buchholz-Preis wird jedes Jahr der journalistische Schülernachwuchs im Saarland ausgezeichnet. Die von Buchholz mitherausgegebenen Lehrbücher „Radio-Journalismus" und „Fernseh-Journalismus" sind Standardwerke journalistischen Arbeitens. Für seine Verdienste um das Saarland wurde Axel Buchholz 2012 mit dem Saarländischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Ein besonderes Anliegen sind Buchholz die Nachwuchs-Redakteure: Thomas Gottschalk, Anne Will und Sandra Maischberger sind nur drei von vielen Talenten, die in seinen Seminaren ihr Handwerk gelernt haben. Seit 1972 engagiert er sich in der Aus- und Fortbildung von Journalisten, mit Dozenturen an namhaften Universitäten und Journalistenschulen. 2002 wurde er Honorarprofessor am Journalistischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Ihn motiviere die Freude daran, sein Wissen und seine Erfahrungen weiterzugeben: „Den jungen Leuten einen guten Start zu ermöglichen macht auch stolz", sagt Buchholz über sein Engagement und man spürt die Leidenschaft für seinen Beruf. Als Journalist sei man ein Mittler zwischen den Welten – über den eigenen politischen und gesellschaftlichen Hintergrund hinaus, betont er.

Kein Gedanke an Rückzug

Axel Buchholz im Interview. "Wie können wir das noch besser machen?"
Audio [SR 3, Gabor Filipp, 10.09.2019, Länge: 03:16 Min.]
Axel Buchholz im Interview. "Wie können wir das noch besser machen?"

Obwohl im Ruhestand, denkt Axel Buchholz noch nicht ans Aufhören: Dem SR ist er erhalten geblieben. Gemeinsam mit dem früheren Intendanten Fritz Raff veröffentlichte Buchholz unter anderem 2007 „Geschichte und Geschichten des Senders an der Saar: 50 Jahre Saarländischer Rundfunk", eine umfassende Darstellung der Geschichte des Senders auf dem Halberg. Außerdem betreut er redaktionell die „Fundstücke zur SR-Geschichte" und ist Mitglied des Arbeitskreises SR- Geschichte.

So lange die Gesundheit es mitmache, will Buchholz nicht aufhören, sich ehrenamtlich für die Bewahrung der besonderen Geschichte des SR einzusetzen: „Ich habe nicht vor das jetzt abrupt abzubrechen. Solange es mir Freude macht und es dem Sender Freude macht, will ich das gerne weitermachen", strahlt er.

Video [aktueller bericht, 10.09.2019, Länge: 3:24 Min.]
Axel Buchholz - der ehemalige SR-Journalist wird 80

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