Die AR-Brille Microsoft HoloLens ermöglicht Gestensteuerung (Foto: AG Kuhn TU Kaiserslautern)

Smarte Brille für den Unterricht?

  24.10.2018 | 12:50 Uhr

Augmented Reality, die Erweiterung der Realität um virtuelle Elemente, sorgt schon seit einigen Jahren für Aufsehen. Forscher der Saar-Uni untersuchen nun, wie man diese Technologie sinnvoll im Schulunterricht einsetzen kann.

Spätestens seit dem Pokémon-Fieber letztes Jahr ist das Thema Augmented Reality in der Öffentlichkeit angekommen. Nutzer jagten virtuelle Monster in der realen Welt, und das mit großer Begeisterung. Die wollen Wissenschaftler nun auch in den Schulunterricht bringen. Für das Projekt der Universität des Saarlandes, der Technischen Universität Kaiserslautern und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) hat das Bundesbildungsministerium 1,5 Millionen Euro Förderung bewilligt.

Phänomene sollen sichtbar werden

Im Physik-Unterricht etwa lernen Schüler Phänomene kennen, die man zwar messen, aber selten auch sehen kann. Da gibt es zum Beispiel Experimente zur Wärmeleitung, bei denen Metallkörper von einer Seite erhitzt und von der anderen gekühlt werden. „Mit intelligenten Brillen, den Smart Glasses, kann man Schülern die Wärmeentwicklung in diesen Metallzylindern in verschiedenen Farben anzeigen, sie also sichtbar machen“, erläutert Roland Brünken, Professor für Empirische Bildungsforschung an der Saar-Uni und Koordinator des Projektes. „Auch bei Experimenten zur elektrischen Leitfähigkeit kann die reale Versuchsanordnung virtuell so ergänzt werden, dass der Strom quasi vor den Augen der Schüler vorbeifließt.“

An den Einsatzmöglichkeiten der Augmented Reality beim Lernen wird international schon seit einigen Jahren geforscht. Der Softwareriese Microsoft etwa hat unter dem Namen „HoloLens“ eine smarte Brille entwickelt. Damit können beispielsweise Hobbyhandwerker von zugeschalteten Fachleuten mithilfe holografischer Formen angeleitet werden. An der Hochschule Kaiserslautern wurde die Technik bereits bei virtuellen Laboren getestet, mit denen Studenten sicher, orts- und zeitunabhängig experimentieren konnten.

Forscher suchen nach sinnvollen Einsatzmöglichkeiten

Die Forscher wollen jetzt herausfinden, wie man Smartphones, Tablets und smarte Brillen sinnvoll in den Schulen einsetzen kann. Dabei solle es darum gehen, so Brünken, wie Lehrer mithilfe dieser Technik Lernprozesse fördern können. Außerdem sollen daraus allgemeine Schlussfolgerungen abgeleitet werden, wie der Unterricht von neuen digitalen Medien profitieren kann.

Artikel mit anderen teilen