Justitia mit Waage und Schwert  (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Prozess gegen Anstifter zu Polizistenmorden vertagt

  05.08.2022 | 12:00 Uhr

Der Prozess gegen einen 55-Jährigen vor dem Amtsgericht Idar-Oberstein soll erst Ende August weitergehen. Eine Sachverständige war nicht vor Gericht erschienen. Dem Mann wird vorgeworfen, er habe gegen Bezahlung eine Jagd auf Polizisten veranstalten wollen. Dazu hatte er nach dem mutmaßlichen Polizistenmord bei Kusel aufgerufen, bei dem zwei saarländische Polizisten erschossen worden waren.

Vor dem Amtsgericht Idar-Oberstein ist der sogenannte "Cop-Hunter"-Prozess kurz nach der Eröffnung auf Ende August vertagt worden. Weil eine Sachverständige nicht vor Gericht erschien, wurde am Freitag lediglich die Anklage verlesen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 55-jährigen Angeklagten vor, im Internet zur Tötung von Polizisten aufgerufen zu haben. Laut Anklage hat er entsprechende Videos veröffentlicht, kurz nachdem in Kusel Ende Januar ein Polizist und eine Polizeianwärterin aus dem Saarland erschossen worden waren.

Video [aktueller bericht, 05.08.2022, Länge: 2:30 Min.]
Prozess gegen Anstifter zu Polizistenmorden vertagt

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Angeklagte Anhänger von Verschwörungsideologien und wird der "Reichsbürger"-Szene zugeordnet. Er sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

Über 1700 Hinweise auf Hass-Posts

Als Reaktion auf die mutmaßlichen Polizistenmorde bei Kusel soll es seit Januar mehr als 1700 Hinweise auf Hasskommentare gegeben haben. In diesem Zusammenhang sind im Juni bundesweit 80 Wohnungen durchsucht worden, zwei davon im Saarland.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.08.2022 berichtet.

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