Uniklinik Homburg (Foto: SR)

Aufarbeitung bei mutmaßlichem Kindesmissbrauch stockt

mit Informationen von Barbara Spitzer   11.10.2021 | 12:25 Uhr

Das Expertengremium zur weiteren Aufarbeitung des Skandals um mutmaßlichen Kindesmissbrauch an der Uniklinik kommt offenbar nur schwer in die Gänge. Die Aufarbeitungskommission unter Leitung von Ex-BKA-Chef Ziercke war schon im April beschlossen worden. Doch einen Starttermin gibt es noch immer nicht.

Wie ist es um den Aufklärungswillen im mutmaßlichen Missbrauchsskandal am Universitätsklinikum Homburg bestellt? Zuletzt hatte der SPD-Obmann im Untersuchungsausschuss, Jürgen Renner, erklärt, dass die Bemühungen seitens der Klinik sowie der Staatskanzlei offenbar erlahmt seien.

Noch kein Starttermin für Gremium

Nun wurde bekannt, dass es noch immer keinen Starttermin für das Expertengremium gibt, dass die Fälle unter Leitung von Ex-BKA-Chef Jörg Ziercke aufarbeiten soll.

Auf SR-Anfrage teilte die Staatskanzlei mit, dass derzeit noch Datenschutzfragen zu klären seien. Dabei gehe es um das Interesse an unabhängiger Aufarbeitung einerseits, die schutzwürdigen Interessen von potenziell Betroffenen andererseits. Der Start soll aber noch in diesem Jahr sein.

Fall wurde erst 2019 öffentlich

Das Gremium soll Patientenakten durcharbeiten, nach weiteren Betroffenen suchen und als Anlaufstelle fungieren. Der Untersuchungsausschuss des Parlaments will ebenfalls noch vor Jahresende seinen Abschlussbericht vorlegen.

Ein inzwischen verstorbener Arzt soll zwischen 2010 und 2014 in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Homburg Patienten sexuell missbraucht haben. Der mutmaßliche Kindesmissbrauch an der Uni-Klinik wurde erst 2019 öffentlich.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 11.10.2021 berichtet.

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