Küken in Stall (Foto: dpa/ Philipp Schulze)

Für viele Bio-Eier werden Küken getötet

Sandra Schick   31.03.2019 | 08:32 Uhr

Wer Bio-Eier kauft, macht dies meist in dem Glauben, dass er damit auch etwas Gutes für das Tierwohl tut. Doch darauf kann man sich offenbar nicht verlassen. Wie die Zeitschrift "Ökotest" in ihrem aktuellen Test herausfand, werden für die meisten Bio-Eier, die man in Supermärkten und Discountern kaufen kann, weiterhin männliche Küken getötet.

Rechtzeitig zu Ostern haben die Tester von Ökotest insgesamt Eier von 20 Anbietern aus Bio-, Boden- und Freilandhaltung untersucht. Schadstoffe, Qualität und Hühnerhaltung wurden dabei überprüft. Das erschreckende Ergebnis: Für 15 der 20 Produkte im Test müssen männliche Küken sterben. Das betrifft konventionelle Eier genauso wie Bio-Eier.

Nach Angaben von Ökotest starben allein 2017 in Deutschland schätzungsweise mehr als 40 Millionen männliche Legehennenküken. Im Vergleich zu Masthähnchen setzen sie nicht genug Fleisch an und sind für die Erzeuger daher schlicht wertlos. Daher werden sie kurz nach dem Schlüpfen vergast oder geschreddert. Unter dem Stichwort "Küken-Schreddern" hat diese Praxis unrühmliche Bekanntheit erreicht.

Alnatura und Bio Hähnlein zeigen Herz für Hähne

Doch es geht auch anders: Es gibt inzwischen mehrere Initiativen, die sich gegen das Töten männlicher Küken engagieren. Aufzucht und Haltung der männlichen Tiere werden über einen geringen Aufpreis auf die Eier der Legehennen subventioniert. Die Testsieger - die Eier von "Alnatura" - sind von der "Initiative Bruderhahn" zertifiziert. Sie schnitten mit "Sehr Gut" ab. Ebenfalls zu den Testsiegern gehören die Eier von "Bio Hähnlein". Sie wurden von Ökotest mit "Gut" bewertet. Erhältlich sind die nach dem EU-Bio-Siegel zertifizierten Eier, unter anderem bei Globus, Real, Rewe und in einigen Edeka-Märkten im Saarland.

Bio-Eier der gängigen Discounter hingegen wurden von den Testern kritisiert, weil ihre Hersteller weiterhin das Töten männlicher Küken hinnehmen. Das Gleiche gilt für Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung, sie schnitten im Test am schlechtesten ab.

Entwarnung bei den Schadstoffen

Beruhigend für Verbraucher: Die Qualität der getesteten Eier stimmt überwiegend. Untersucht wurde auf Salmonellen, Fipronil und Dioxine. Nur ein Produkt ist beim Schadstofftest negativ aufgefallen: Die Bio-Eier von Aldi Nord schöpfen den gesetzlichen Grenzwert für Dioxine zu mehr als 50 Prozent aus.

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