Corona-Impfstoff der Firmen AstraZeneca und BionTech (Foto: IMAGO / Sven Simon)

Zweitimpfung nicht mehr mit AstraZeneca

Sandra Schick   05.07.2021 | 10:22 Uhr

Nach der veränderten Impfempfehlung der STIKO für den Impfstoff von AstraZeneca hat das Saarland reagiert: Menschen, die bei der Erstimpfung AstraZeneca bekommen haben, erhalten die Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff. Eine Umbuchung auf eine frühere Zweitimpfung ist allerdings nicht möglich.

Vergangenen Donnerstag hatte die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Impfempfehlung für die Zweitimpfung nach einer ersten AstraZeneca-Dosis angepasst. Bei der Zweitimpfung sollten demnach die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer oder Moderna eingesetzt werden.

Zur Begründung wurde darauf verwiesen, dass eine Kreuzimpfung wirksamer vor einer Corona-Infektion schütze als eine zweimalige Verabreichung von AstraZeneca. Dabei rät die STIKO auch zur Verkürzung des zeitlichen Abstandes zwischen beiden Dosen auf mindestens vier Wochen. Bei AstraZeneca alleine beträgt der Zeitraum normalerweise neun bis zwölf Wochen. 

Zweitimpfung nun mit mRNA

Im Saarland wird nun seit Freitag in den Impfzentren die Zweitimpfung automatisch mit einem mRNA Impfstoff (Biontech/Moderna) durchgeführt. Allerdings könnten Betroffene, die auch bei der Zweitimpfung wieder das Vakzin von AstraZeneca erhalten möchten, dies auch weiterhin bekommen, betont ein Sprecher des saarländischen Gesundheitsministeriums. Der Impfstoff stehe ja weiterhin zur Verfügung.

Umbuchungen nicht möglich

Eine Umbuchung auf einen früheren Termin für die Zweitimpung sei allerdings weder bei der Hotline noch über die Terminbuchungshomepage möglich. Man versuche allerdings - sofern genügend Kapazitäten vorhanden sind - die Zweittermine vorzuziehen. Die Betroffenen erhielten in dem Fall dann eine Nachricht per Email oder SMS mit einem neuen Termin. Dies erfolge jedoch automatisch. Betroffene Personen brauchten nichts zu veranlassen. In wieweit frühere Termine möglich sind, hinge davon ab wie die Zentren insgesamt ausgelastet seien.

Impfungen bei niedergelassenen Ärzten

Allerdings sei die Zahl der Menschen, die in den Impfzentren mit AstraZeneca geimpft wurden, ohnehin "überschaubar", so das Ministerium. Denn der Impfstoff wird seit längerem schwerpunktmäßig in den Arztpraxen und durch Betriebsärzte verabreicht. In diesen Fällen obliege auch die Umorganisierung der Zweittermine den behandelnden Ärzten.

In den saarländischen Arztpraxen wurden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung bis Anfang Juli 39.381 Erstimpfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca durchgeführt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.07.2021 berichtet.

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