Eine Hand hält zwei 20-Euro-Geldscheine in einem Klassenzimmer einer Schule (Foto: picture-alliance/ dpa | Armin Weigel)

Arbeitskammer fordert höhere Investitionen in Bildung

mit Informationen von Peter Sauer   08.07.2022 | 13:00 Uhr

Beim Thema Bildung gibt es im Saarland nach Auffassung der Arbeitskammer erheblichen Handlungsbedarf. Die Kammer hält deutlich höhere Investitionen in Bildung deshalb für dringend notwendig.

In Sachen Bildungsausgaben belegt das Saarland gemeinsam mit Bremen im Bundesvergleich den letzten Platz. Gerade als vom Strukturwandel besonders betroffenes Land müsse das Saarland eine Bildungsoffensive starten, sagte Jörg Caspar, der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer dem SR.

Planstellen müssen aufgestockt werden

Neben einer ausreichenden und nachhaltigen Finanzierung des Bildungssystems werde die mangelnde Chancengleichheit zunehmend zu einem Problem. Denn Armut sei nach wie vor das größte Risiko für den Bildungserfolg. Für Caspar ist es daher zwingend erforderlich, dass die Planstellen in allen Schulformen aufgestockt werden.

Auch die Berufsschulen müssten dringend personell verstärkt werden. Werde hier nicht schnell etwas unternommen, werde der Fachkräftemangel weiter verstärkt.

Arbeitskammer fordert Bildungsoffensive
Audio [SR 3, Peter Sauer, 08.07.2022, Länge: 03:00 Min.]
Arbeitskammer fordert Bildungsoffensive

Weiterbildungsstrategie gefordert

Zudem fordert die Arbeitskammer eine saarländische Weiterbildungsstrategie, um die Herausforderungen des Strukturwandels meistern zu können. Um diese Forderungen finanzieren zu können, schlägt die Arbeitskammer vor die Schuldenbremse auszusetzen.

Ministerium spricht von wichtigen Impulsen

Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot sagte, der Bericht der Kammer gebe "wichtige Impulse". "Wenn wir mehr Chancengleichheit, bessere Zukunftsperspektiven für alle Kinder und Jugendlichen und bessere Bedingungen für Familien im Land wollen, brauchen wir hohe Investitionen in unser Bildungssystem."

Gleichzeitig verweist die Ministerin darauf, dass das Saarland seine Investitionen in die Bildung an öffentlichen Schulen seit 2011 massiv gesteigert habe. Im Jahr 2011 habe das Land pro Schüler 5600 Euro jährlich investiert, im Jahr 2020 seien es 8200 Euro gewesen.

Es blieben jedoch noch viele Herausforderungen, wie etwa die negativen Folgen der Corona-Krise für viele Kinder und Jugendliche.

Über dieses Thema berichtet auch die SR 3-Rundschau am 08.07.2022.

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