Glühendes Stahl im Walzwerk (Foto: SR)

IG Metall besorgt wegen geplanter Auslagerung

Karin Mayer   11.10.2019 | 12:30 Uhr

Die IG Metall Völklingen warnt vor schlechteren Arbeitsbedingungen, wenn in der saarländischen Stahlbranche 1000 Arbeitsplätze an Partnerfirmen ausgelagert werden. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende der Stahl-Holding-Saar, Michael Fischer, befürchtet zudem, dass die Beschäftigten dadurch Geld verlieren könnten.

Viele Dienstleister auf dem Hüttengelände hätten keine Betriebsräte, sagte IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Alfonso Liuzzo dem SR. Die Beschäftigten würden nicht nach Tarif bezahlt. Das bestätigt auch der Konzernbetriebsratsvorsitzende Michael Fischer. Die Betriebsräte würden sich dafür einsetzen, dass die Beschäftigten auch bei Partnerfirmen nach vernünftigen Tarifverträgen bezahlt würden. Die Kollegen dürften dadurch kein Geld verlieren. Er sehe aber die Gefahr, dass das passiere.

Video [aktueller bericht, 11.10.2019, Länge: 4:07 Min.]
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Der Arbeitsrechtsexperte Markus Dönneweg forderte die Stahlunternehmen auf, bei den Subunternehmen auch auf die Arbeitsbedingungen zu achten. Alles andere sei mit der Montanmitbestimmung nicht zu vereinbaren.

Unternehmen begründet Kooperationen

Schlechtere Arbeitsbedingungen durch Auslagerung
Audio [SR 3, Karin Mayer, 11.10.2019, Länge: 03:02 Min.]
Schlechtere Arbeitsbedingungen durch Auslagerung

Die SHS Stahlholding weist auf SR-Anfrage darauf hin, dass insgesamt über 5000 Lieferanten und Dienstleister für die saarländische Stahlindustrie arbeiten. Die langfristige vertrauensvolle Kooperation sei dabei sehr wichtig, so heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Die Firmen würden schriftlich beauftragt und es würden auch Vereinbarungen zu Arbeitssicherheit, Arbeitszeiten, Compliance und Nachhaltigkeit getroffen.

Die externen Firmen würden regelmäßig durch kontrolliert. Wenn es im Einzelfall zu einem Verstoß komme, gehe die Hütte dem umgehend nach und stelle ihn ab. Die Marktentwicklung mit zunehmendem Kostendruck mache weitergehende strategische Kooperationen in der Zukunft nötig. 

1000 Arbeitsplätze sollen ausgelagert werden

Die Stahlunternehmen haben angekündigt, 1000 Arbeitsplätze an Partnerfirmen auszulagern. Außerdem sollen 1500 Arbeitsplätze wegfallen. Die Sozialplan und Interessensausgleichsverhandlungen sollen in der kommenden Woche beginnen.

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