Aushang zu Corona-Regeln sorgt für Wirbel

mit Informationen von Thomas Gerber   18.12.2020 | 12:42 Uhr

Ein Aushang zu den Corona-Regeln hat bei der Bundesagentur für Arbeit im Saarland für Wirbel gesorgt. Denn im Eingangsbereich der Filiale in St. Wendel stand nicht nur zu lesen, dass der 1,50 Meter Mindestabstand und Maskenpflicht einzuhalten sind, sondern es wurde auch "Meinung" gemacht. Das hat jetzt die Agentur für Arbeit auf den Plan gerufen.

Wie die Agentur für Arbeit Saarland dem SR mitteilt, ist der Aushang inzwischen entfernt worden. Die Hausverwaltung sei einer entsprechenden Aufforderung bereits am Donnerstag nachgekommen. Der Aushang wurde durch ein Schild ersetzt, mit dem Besucher aufgefordert werden, zum Eigenschutz eine Maske zu tragen und den Mindestabstand einzuhalten.

Aushang kritisierte Maßnahmen als übertrieben

In dem von der Hausverwaltung zunächst angebrachten Aushang waren die Coronaschutzmaßnahmen zwar ebenfalls erwähnt worden. Sie wurden aber zugleich als übertrieben kritisiert. Die staatlichen Vorschriften würden übers Ziel hinausschießen, staatliche Stellen würden zur Denunziation auffordern, hieß es darin.

Ein Hörer hatte den SR auf den Vorfall aufmerksam gemacht. Bei einem Spaziergang durch St. Wendel war ihm der großformatige Zettel am Mittwochnachmittag aufgefallen und er machte ein Foto davon. Da reihe sich offenbar „Die Hausverwaltung“ - so war der Aushang unterzeichnet - in die Phalanx der in St. Wendel durchaus aktiven Querdenker- und Coronaleugnerszene ein.

Agentur für Arbeit Saarland distanziert sich

Arbeitsagentur in St. Wendel Corona-Aushang sorgt für Ärger
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 17.12.2020, Länge: 00:59 Min.]
Arbeitsagentur in St. Wendel Corona-Aushang sorgt für Ärger

Die Agentur für Arbeit Saarland erfuhr vom SR von der Sache und sah es ähnlich wie der Hörer. Man distanziere sich natürlich von derlei Aussagen. Die Agentur sei nur eine von mehreren Mieterinnen in dem Gebäude in der St. Wendeler Innenstadt. Das Schild habe die Hausverwaltung angebracht, mit der man inzwischen ein "intensives" Gespräch geführt habe.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 17.12.2020 berichtet.

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