Weltkrebstag Untersuchung (Foto: dpa Bildfunk/Friso Gentsch)

Bei 45- bis 65-Jährigen ist Krebs die häufigste Todesursache

mit Informationen von Steffani Balle   04.02.2021 | 06:40 Uhr

Am heutigen internationalen Weltkrebstag soll das Thema Krebsdiagnostik wieder ins Bewusstsein der Menschen gerufen werden. Denn coronabedingt werden derzeit weniger diagnostische und therapeutische Angebote in Anspruch genommen. Dabei geht in Deutschland jeder vierte Todesfall auf die Krankheit zurück.

In Deutschland erkranken jährlich mehr als eine halbe Million Menschen neu an Krebs – Tendenz steigend. Allein im Saarland sind es jährlich rund 7000 Neuerkrankungen. Über vier Millionen Menschen leben deutschlandweit mit der Diagnose Krebs.

Video [aktueller bericht, 04.02.2021, Länge: 3:41 Min.]
Apell zum Weltkrebstag

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen in Deutschland im Jahr 2019 ein Viertel aller Todesfälle auf Krebs zurück. Dieser Anteil habe sich in den vergangenen 20 Jahren kaum verändert. Ein Fünftel der an Krebs verstorbenen war demnach jünger als 65. Mit 39 Prozent war Krebs bei den 45- bis 65-Jährigen die häufigste Todesursache. Die meisten tödlichen Krebserkrankungen betrafen die Lunge und Bronchie sowie die Bauchspeicheldrüse.

Keine Angst vorm Arztbesuch

Video [aktueller bericht, 04.02.2021, Länge: 4:02 Min.]
Der Vorsitzende des Hausärzteverbands Kulas über Vorsorgeuntersuchungen

Mit diesen Zahlen wollen die Saarländische Krebsgesellschaft und die Ärztekammer des Saarlandes die Menschen zum Nachdenken und Handeln besonders in Corona-Zeiten anregen. "Wir erleben seit der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr leider regelmäßig, dass Patienten falsche Zurückhaltung üben und zu spät zum Arzt gehen", sagt Dr. Steffen Wagner, 1. Vorsitzender der Saarländischen Krebsgesellschaft.

IKK Südwest: "Es ist elementar wichtig, die Krankheit im frühen Stadium zu erkennen"
Audio [SR 3, Interview: Janek Böffel, 04.02.2021, Länge: 07:03 Min.]
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Inwieweit die Absage oder Verschiebung von Früherkennungsuntersuchungen zu einer verspäteten Diagnose und einer damit verbundenen schlechteren Heilungschance geführt haben, lasse sich bislang nur erahnen. Indem Arzttermine abgesagt werden, riskieren einige Patienten eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands. "Es darf nicht sein, dass am Ende Menschen deshalb sterben, weil sie wegen des Coronavirus nicht mehr in medizinische Behandlung gehen", warnt Dr. Wagner. Mehr als 15.000 Menschen im Saarland litten im Jahr 2019 an Krebs. Laut Krebsregister sind im selben Jahr 1475 Patienten daran gestorben.

Vorsorge ernst nehmen

Auch die Uniklinik Homburg beobachtet ein zögerliches, ängstliches Patienten-Verhalten während des Corona-Lockdowns. Sie betont, dass nach wie vor alle Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen uneingeschränkt und voll umfänglich zur Verfügung stehen.

Ärztekammerpräsident Dr. Josef Mischo, weist darauf hin, dass man mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, regelmäßiger Bewegung und dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol das persönliche Krebsrisiko deutlich senken kann. Rund 40 Prozent der Fälle könnten mit einer gesunden Lebensweise vermieden werden.

Über dieses Thema berichten auch die SR-Hörfunknachrichten vom 04.02.2021.

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