Markenzeichen einer Apotheke (Foto: dpa/picture alliance)

Saar-Apotheker sollen Steuern hinterzogen haben

Marc-André Kruppa / Onlinefassung: Axel Wagner   25.05.2019 | 12:01 Uhr

Drei Mitglieder einer saarländischen Apothekerfamilie sollen offenbar jahrelang Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben. Das berichtet die „Saarbrücker Zeitung“ unter Berufung die Staatsanwaltschaft Saarbrücken und Ermittlerkreise. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte dem SR, dass die Ermittlungen schon seit Längerem laufen.

Dem Bericht zufolge sollen die Apotheker auch von Steuerberatern unterstützt worden sein. Über ein Firmennetzwerk in Luxemburg hätten sie gezielt Einkommens und Gewerbesteuer am Fiskus vorbei geschleust. Die Rede ist von vier Millionen Euro alleine im Zeitraum von 2008 bis 2012. Die Anwälte der Apotheker wiesen dem Bericht zufolge die Vorwürfe von sich und teilten mit, ihre Mandanten seien in keine illegalen Geschäfte involviert gewesen.

Ermittlungen gegen Pharmagroßhandel

Die Ermittlungen könnten aber noch deutlich mehr hinterzogenes Steuergeld ans Licht bringen. Im Visier ist ein Pharmagroßhandel in Luxemburg, der in einer Zeitspanne von fünf Jahren Medikamente für über 100 Millionen Euro verkauft haben soll, und zwar über ein kreatives Rabattsystem mit angeblichen Honorarverträgen für Apotheker und Briefkastenfirmen – zum Teil, ohne, dass die Steuerbehörden das mitgekriegt hätten. Die Staatsanwaltschaft hat der „Saarbrücker Zeitung“ bestätigt, dass es bereits Durchsuchungen im Saarland gegeben habe.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.05.2019 berichtet.

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