Test auf Antikörper gegen das Coronavirus in einem Labor. (Foto: dpa/Sven Hoppe)

Krankenkassen zahlen Corona-Antikörpertest

Thomas Braun mit Informationen von Steffani Balle   21.05.2020 | 17:03 Uhr

Mittlerweile sind Antikörper-Tests auf das neuartige Coronavirus unter bestimmten Voraussetzungen auch als Kassenleistung beim Hausarzt möglich. Das St. Ingberter Labor Bioscentia, bei dem ein Großteil der saarländischen Tests landet, hat seine Kapazitäten entsprechend hochgefahren.

Mit den verbesserten Antikörpertests sei die Genauigkeit noch einmal gestiegen, sagte der Sprecher des Labors, Hendrik Borucki. Das Labor habe dafür die Tests auch selbst noch einmal mit Proben von nachweislich Covid-19-Erkrankten und älteren Proben aus der Zeit vor der Coronapandemie überprüft.

Der Nachweis bestimmter Antikörper deute "mit inzwischen sehr hoher Zuverlässigkeit darauf hin", dass der Untersuchte eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht habe, so Borucki. Bestimmte Antikörpertests sind jetzt auch unter engen Voraussetzungen als Kassenleistung möglich, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bereits vor knapp zwei Wochen bekannt gab.

Test nur in Verbindung mit Coronasymptomen

Zu diesen Voraussetzungen gehört laut KBV zum Beispiel, dass die Patienten in den Wochen zuvor Covid-19-typische Krankheitssymptome gezeigt hätten. Laborsprecher Borucki ergänzt zudem, dass trotz des Nachweises einer Corona-Infektion derzeit noch unklar sei, wie sicher der Immunschutz nach einer durchgemachten Erkrankung sei und wie lange er anhalte.

Antikörpertests bietet der Laborverbund, zu dem auch der St. Ingberter Standort gehört, bereits seit Anfang April an. Rund 1700 Tests wurden seither im Saarland analysiert. Bisher war die Fehlerquote - insbesondere eine Kreuzreaktion mit Antikörpern zu anderen Corona-Viren und damit ein falscher Positivbefund - allerdings noch vergleichsweise hoch. Das soll mit den neuen Tests nun besser sein.

RKI: Antikörper-Test nicht als alleiniges Kriterium verwenden

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) im Saarland sieht die Antikörpertests dennoch nach wie vor kritisch. "Die Verlässlichkeit der Ergebnisse ist noch nicht so hoch wie bei anderen Labortests", sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Gunter Hauptmann. Auch das Robert-Koch-Institut rät weiterhin davon ab, alleine das Ergebnis eines Antikörpertests für eine Diagnose zu verwenden. Das RKI verweist zudem auf die Weltgesundheitsorgansisation WHO, die den Einsatz solcher "immuno-diagnostischen Tests" derzeit nur im Kontext von Forschungsprojekten empfehle.

Saarlandweite Studie in Vorbereitung

Die saarlandweite Antikörpertest-Studie ist nach Auskunft des Gesundheitsministeriums noch in Vorbereitung. Derzeit findet am Virologischen Institut der Uniklinik Homburg eine Vorauswahl der Testsysteme statt.

Kommende Woche sollen Einzelheiten vorgestellt werden, wie es weiter geht. Bevor alle 2300 Testpersonen im Saarland in die Studie einbezogen werden, wird es eine Stichprobe zur Validierung der Tests geben. Außerdem müssen Ethikrat und Datenschützer noch "Grünes Licht" geben.

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