Polizeifahrzeug (Foto: picture alliance/Carsten Rehder/dpa)

Verstorbener deponierte womöglich Sprengfallen

  05.03.2019 | 14:50 Uhr

Ein am vergangenen Freitag verstorbener 59-jähriger Landschaftsgärtner aus dem rheinland-pfälzischen Mehlingen steht im Verdacht, kurz vor seinem Tod mehrere Sprengfallen gebaut zu haben. Ein 64-jähriger Arzt in Enkenbach-Alsenborn könnte ihm bereits zum Opfer gefallen sein, teilte die Polizei Westpfalz mit. Nach einer weiteren Explosion am Sonntag warnt die Polizei Bekannte des verstorbenen Bernhard Graumann.

Wenige Stunden nach dem Tode Graumanns war am Freitagvormittag der Arzt tot vor seiner Praxis gefunden worden. Die Polizei geht davon aus, dass er durch eine absichtlich herbeigeführte Explosion ums Leben kam. Die Ermittler gehen zwischenzeitlich davon aus, dass der Täter eine Sprengvorrichtung an der Eingangstür der Arztpraxis deponierte.

Sprengstoff in Holzscheit versteckt

Video [aktueller bericht, 05.03.2019, Länge: 2:58 Min.]
Sprengfallen in Kaiserslautern

Bei einer weiteren Explosion wurden am Sonntagmorgen zwei Menschen im benachbarten Otterberg verletzt. Ein mit Sprengstoff manipuliertes Holzscheit war in einem Kaminofen explodiert. Es wird vermutet, dass der Täter das Holzstück zuvor am Wohnanwesen der Geschädigten abgelegt hatte. Eine Bewohnerin habe das Stück dann unbemerkt mit ins Kaminfeuer gelegt.

Die Kriminalpolizei hält in beiden Fällen Bernhard Graumann für tatverdächtig. Er habe mit den Geschädigten eine persönliche beziehungsweise geschäftliche Verbindung gehabt, in der es bereits zu Konflikten gekommen sei. Bei einer Durchsuchung von Graumanns Haus fand die Polizei Schwarzpulver und andere Gegenstände, die dem Waffen- und Sprengstoffgesetz unterliegen.

Weil nicht auszuschließen sei, dass Graumann vor seinem Tod weitere gefährliche Vorbereitungen getroffen hat, rät die Polizei Personen, die mit ihm in problematischer privater oder geschäftlicher Beziehung standen, dringend, sich umgehend mit ihr in Verbindung zu setzen.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 04.03.2019 berichtet.

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