Justitia-Figur (Foto: picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst)

Prozess wegen versuchten Mordes mit Pkw gestartet

Gabor Filipp   02.02.2021 | 18:00 Uhr

Vor dem Landgericht Saarbrücken hat ein Prozess wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung begonnen. Der Angeklagte soll im August 2019 in Saarlouis-Fraulautern mit seinem Auto absichtlich einen Mann umgefahren haben. Der Mann überlebte schwerstverletzt.

Der 29-jährige Beschuldigte ist nach einem Deal geständig im Sinne der Anklage. Demnach hatten er und zwei Familienangehörige auf einem Parkplatz mit Handzetteln Passanten angesprochen. Ein Paketdienstfahrer störte sich daran, forderte sie auf zu verschwinden. Es kam zu einem verbalen Streit.

Der Paketausfahrer fotografierte noch das Auto des Trios, bevor er wenige später die Straße überqueren wollte. Dabei fuhr ihn der 29-Jährige gezielt an, ohne zu bremsen - so die Anklage. Der 49-jährige Familienvater erlitt schwerste Schädel- und Hirnverletzungen, leidet heute noch unter den Folgen.

Strafe von maximal sechseinhalb Jahren

Nach einem Rechtsgespräch auf Anregung des Verteidigers, der von einer spontanen Tat spricht, einigten sich die Prozessbeteiligten auf eine Höchststrafe von sechseinhalb Jahren für den Angeklagten - unter der Voraussetzung eines Geständnisses und eines Schmerzensgeldes für den Geschädigten in Höhe von 10.000 Euro.

Der Angeklagte ist seit Jahren Drogenkonsument. Inwieweit das eine Rolle spielte, soll eine Sachverständige klären.

Über dieses Thema berichtete die SR 3 Rundschau am 02.02.2021.

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