Akten mit der Statue der römischen Göttin Justitia, dem Symbol für die Rechtsprechung. (Foto: dpa)

Opfer in Wachkoma: Mutmaßliche Schläger angeklagt

  05.10.2018 | 11:10 Uhr

Nach einer Schlägerei am Rande des Saarbrücker Altstadtfestes im Juni liegt ein 35-Jähriger im Wachkoma und wird wohl dauerhaft ein Schwerstpflegefall bleiben. Die Staatsanwaltschaft hat seine beiden 20 und 22 Jahre alten mutmaßlichen Angreifer nun wegen versuchten Totschlags und schwerer Körperverletzung angeklagt.

Aus einer Gruppe heraus soll am frühen Morgen des 16. Juni zunächst der 22-Jährige den 35-Jährigen so heftig auf den Kopf geschlagen haben, dass er zu Boden ging. Danach soll sein 20-jähriger Komplize das bewusstlose Opfer mit voller Wucht gegen den Kopf getreten haben. Dabei erlitt der 35-Jährige, der durch eine frühere Kopfverletzung bereits eine künstliche Schädelplatte hatte, lebensgefährliche Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass beiden Angreifern die Kopfverletzung bekannt war - sie den Tod des 35-Jährigen also zumindest billigend in Kauf genommen hatten.

Auslöser: Streit um Disko-Einlass

Der Schlägerei vorausgegangen war laut Staatsanwaltschaft ein länger schwelender Streit. Der 35-Jährige soll als Türsteher der Diskothek "Blau" in Saarbrücken dem 22-Jährigen einige Wochen zuvor den Einlass verwehrt haben. Am Abend vor der folgenschweren Schlägerei in Saarbrücken sollen sich der 22-Jährige und das Opfer mehrfach in Saarbrücken begegnet sein, wo es schon zu verbalen Auseinandersetzungen und einem kurzen Gerangel kam.

Die beiden Beschuldigten haben sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Der Fall soll vor der Jugendkammer des Landgerichts verhandelt werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 05.10.2018 berichtet.

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