Ein Mann wird im freien geimpft (Foto: picture alliance/dpa | Henning Kaiser)

Impf-Ärzte berichten von Anfeindungen

mit Informationen von Nelly Thelen   22.10.2021 | 19:54 Uhr

Ärzte und medizinisches Personal bundesweit klagen über Anfeindungen und Bedrohungen, weil sie gegen Covid-19 impfen. Auch im Saarland werden impfende Ärzte beschimpft.

Ärztinnen und Ärzte impfen, natürlich auch gegen das Coronavirus - so wie Dr. Michael Arndt. Der Mediziner hat im Impfzentrum gearbeitet, er impft aber auch in seiner Praxis oder bei Tagesaktionen mobil. Dabei hat Arndt auch Beschimpfungen erlebt. "Es wird behauptet, es gäbe einen Impfzwang, das Personal in den Impfzentren wäre Stasi 2.0 oder Nazis."

Video [aktueller bericht, 22.10.2021, Länge 3:37 Min.]
Saarländische Ärzte im Impfzentrum bedroht

Unter einem Post in einem sozialen Netzwerk zu einer Impfaktion mit ihm in Homburg häuften sich im August negative Kommentare und Beschimpfungen. Darunter sei auch ein Kommentar gewesen, den er bei der Staatsanwaltschaft angezeigt habe, sagt Arndt. Darin sei er als Verbrecher beschuldigt worden, weil er impfe. Damit hätte er gegen den Nürnberger Kodex zum Umgang mit medizinischen Experimenten am Menschen verstoßen.

Beschimpfungen per Mail

Mit solchen Anfeindungen ist Arndt deutschlandweit nicht allein. Öffentlich geworden ist der Fall eines Arztes in Zweibrücken. Auch er wurde im Netz angefeindet, hat mehrere Anzeigen erstattet. Die Ärztekammer in Berlin schreibt in einer Pressemitteilung, Angriffe auf impfende Fachkräfte gehörten in Arztpraxen zum Alltag.

Impf-Ärzte berichten von Anfeindungen
Audio [SR 3, Nelly Thelen, 23.10.2021, Länge: 03:00 Min.]
Impf-Ärzte berichten von Anfeindungen

Im Saarland wurde im August in einem Impfzentrum eine Mitarbeiterin bei einer Auseinandersetzung leicht verletzt. Die saarländische Ärztekammer berichtet von Beschimpfungen gegenüber impfenden Ärzten, zum Teil als Mail oder schriftlich. Insgesamt sei die Impfbereitschaft im Saarland aber hoch, sagt Kammer-Präsident Josef Mischo. Bei Problemen unterstütze die Kammer.

Aber auch wenn er sich nicht hätte vorstellen können, dass "eine so simple ärztliche Tätigkeit wie eine Impfung so viel brutalen Hass" auslösen könne - einschüchtern lassen will Mediziner Michael Arndt sich nicht.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht im SR-Fernsehen am 22.10.2021 berichtet.

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