Polizeieinsatz bei Nacht (Foto: Felix Schneider/SR)

Polizei geht bei Shishabar-Überfall von "Liebesdrama" aus

Thomas Gerber   09.03.2020 | 14:57 Uhr

Hintergrund der beiden gewaltsamen Überfälle auf eine Shishabar in der Saarlouiser Innenstadt ist offenbar ein Ehestreit. Dies haben die bisherigen Ermittlungen der Polizei ergeben. Derzeit gebe es keine Anzeichen, dass es sich um Revierkämpfe gehandelt habe.

Bereits am Donnerstagabend sei es zu einem ersten Zwischenfall gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei Saarlouis dem SR. Ein 23-Jähriger habe dabei versucht, seine drei Jahre jüngere Ehefrau, die sich vor einem Jahr von ihm getrennt habe, aus der Bar zu zerren. Dies sei von Mitarbeitern des Lokals verhindert worden.

Video [aktueller bericht, 09.03.2020, Länge: 2:44 Min.]
Krawalle rund um Shisha-Bar in Saarlouis

Heftige, teils bewaffnete Auseinandersetzungen

Bereits im Weggehen habe der 23-Jährige angedroht wiederzukommen. Am Freitag- und auch am Samstagabend sei der Mann dann mit jeweils zehn bis 15 anderen jungen Männern in der Bar erschienen. Dabei kam es beide Male zu heftigen Auseinandersetzungen und Prügeleien, bei denen auch Schlagstöcke und eine Schreckschusspistole eingesetzt worden seien.

Vier Personen zeitweilig festgenommen

Dem Sicherheitspersonal gelang es, einen 30-Jährigen festzuhalten und der Polizei zu übergeben. Er war im Besitz einer Schreckschusswaffe. Gegen ihn erging Haftbefehl. Wenig später konnten drei weitere Verdächtige in Saarbrücken festgenommen werden. Einen rassistischen Hintergrund wie bei den Morden in einer Hanauer Shishabar schließen die Ermittler aus. Zudem gebe es keinerlei Anzeichen dafür, dass es sich etwa um Revierkämpfe im Shishabar-Milieu gehandelt habe. Die Ermittler gehen vielmehr von „verletzter Ehre“ und „verschmähter Liebe“ als Tatmotiv aus.

Wie die Polizei weiter mitteilt, wurden dabei auch Personen verletzt. Die Zahl der Verletzten stehe allerdings noch nicht fest. Genauere Erkenntnisse darüber und über weitere Täter soll die Auswertung des Videomaterials bringen, das teilweise bereits im Internet kursiert.

Über dieses Thema berichteten die SR-Hörfunknachrichten am 09.03.2020.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja