Zellengang in einer Justizvollzugsanstalt (Foto: dpa/Patrick Seeger)

Angeklagter im Fall Gregorius beging offenbar Suizid

Thomas Gerber   05.01.2021 | 13:17 Uhr

Einer der drei Angeklagten im Fall des vor 29 Jahren mutmaßlich ermordeten Peter Gregorius aus Völklingen ist am Dienstag tot in seiner Zelle aufgefunden worden. Dies bestätigte der Verteidiger des 53-Jährigen dem SR. Der Prozess gegen Dietmar M. und zwei weitere Mitangeklagte sollte Anfang Februar vor dem Landgericht beginnen.

Angeklagter im Fall Gregorius beging offenbar Selbstmord
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 05.01.2021, Länge: 00:59 Min.]
Angeklagter im Fall Gregorius beging offenbar Selbstmord

Nach dem Tod des 53-Jährigen gebe es keine Anzeichen für ein Fremdverschulden, trotzdem sei ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden. Alles deute auf einen Suizid hin. In der Zelle des Angeklagten wurde nach SR-Informationen ein Abschiedsbrief gefunden.

Dass Dietmar M. Selbstmordabsichten tragen könnte, darauf habe zuvor nichts hingedeutet, heißt es aus dem Justizministerium. Und auch sein Verteidiger Michael Rehberger sagt, der Suizid komme aus heiterem Himmel. Trotz des bevorstehenden Prozesses vor dem Landgericht habe sein Mandant zuletzt positiv und optimistisch gewirkt.

Mordfall ohne Leiche

Dietmar M. wurde beschuldigt, gemeinsam mit zwei Komplizen den damals 27 Jahre alten Völklinger Peter Gregorius ermordet zu haben. Die drei sollen Gregorius im September 1991 zur Abwicklung eines angeblichen Drogengeschäfts in ein Waldstück bei Wadgassen gelockt und dort heimtückisch ermordet haben. Die Leiche sollen sie laut Anklage dort auch vergraben haben.

Trotz einer umfangreichen Suchaktion wurden allerdings keine sterblichen Überreste gefunden. Auf die Spur der drei waren die Ermittler im vergangenen Jahr aufgrund von Zeugenaussagen aus dem persönlichen Umfeld der Angeklagten gekommen.

Angeklagte schwer belastet

Nach dem Tod von M. wird das Ermittlungsverfahren gegen ihn nun eingestellt. Der spektakuläre Mordprozess ohne Leiche gegen seine beiden mutmaßlichen Mittäter wird vermutlich wie geplant am 1. Februar beginnen. In seinem Abschiedsbrief soll M. nach SR-Informationen die beiden anderen Angeklagten schwer belastet haben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 05.01.2021 berichtet.

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