Trauernde legen am Morgen nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier an der Porta Nigra Kerzen und Blumen nieder.  (Foto: dpa/picture alliance/Harald Tittel)

Motiv nach Trierer Amokfahrt weiter unklar

  31.12.2020 | 07:11 Uhr

Wie lief die Amokfahrt in Trier genau ab und was war das Motiv des Täters? Das sind die Hauptfragen, mit denen sich eine Soko derzeit beschäftigt. Zu seinen Gründen sagt der Inhaftierte bisher nichts.

Rund einen Monat nach der Amokfahrt in Trier mit fünf Toten und vielen Verletzten hat der inhaftierte mutmaßliche Täter noch keine Angaben zum Motiv gemacht. Dazu gebe es bisher keine Einlassungen, teilte Polizeisprecher Karl-Peter Jochem auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Trier mit. Die 50-köpfige Sonderkommission (Soko) "Fußgängerzone" sei derzeit dabei, das Tatgeschehen anhand von Zeugenaussagen, Spuren und Videos zu rekonstruieren.

Über 500 Hinweise aus der Bevölkerung

Am 1. Dezember war ein 51-Jähriger mit einem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast und hatte gezielt Menschen angesteuert. Bei der Polizei hätten sich rund 430 Zeugen gemeldet, sagte der Sprecher. "Insgesamt bearbeiten wir über 500 Hinweise." Zudem liefen Ermittlungen zur Person des Beschuldigten - mit dem Ziel, Hintergründe zum Tatmotiv zu bekommen.

Es werde damit gerechnet, dass die Soko rund zwei Monate mit der Aufarbeitung beschäftigt ist. Das Personal der Sonderkommission werde nach und nach wieder reduziert.

Bei der Tat waren fünf Menschen getötet und 24 verletzt worden. Zwei von ihnen werden weiterhin wegen lebensgefährlicher Verletzungen in Kliniken behandelt, wie Polizeisprecher Jochem sagte. Es gebe zudem zahlreiche Menschen, die das Geschehen erlebt hätten und dadurch traumatisiert seien.

940.000 Euro an Spenden eingegangen

"Diese Amokfahrt hat die ganze Stadt tief erschüttert", sagte der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD). Die Gedenkorte in der Stadt sollen zunächst weiter bestehen bleiben.

Die Spendenbereitschaft für Opfer und Angehörige ist groß: Nach Angaben der Stadt sind mehr als 940.000 Euro von knapp 10.000 Spendern eingegangen. Es soll eine Auszahlungsstiftung gegründet werden, die den körperlich und psychisch Verletzten sowie den Angehörigen der Getöteten zugute kommen soll.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 31.12.2020 berichtet.

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