Ein Kranz der Stadt Trier liegt am Morgen nach der Amokfahrt mit fünf Toten in Trier an der Porta Nigra.  (Foto: dpa/picture alliance/Harald Tittel)

Amokfahrt in Trier war offenbar geplant

  02.11.2021 | 13:47 Uhr

Die Amokfahrt in Trier im Dezember 2020 war laut Einschätzung der Polizei vom Täter geplant. Er habe kurz vor der Tat unter anderem seinen Job gekündigt und sein Konto leergeräumt.

Am 1. Dezember 2020 sind fünf Menschen bei der Amokfahrt in Trier getötet und zahlreiche Menschen verletzt worden – und die Todesfahrt passierte nicht spontan, so die aktuellen Ermittlungen.

„Da bin ich mir sicher“, sagte der Leiter des Kommissariats für Kapitaldelikte der Kripo Trier, Christian Soulier, am Dienstag vor dem Landgericht Trier. Es gebe mehrere Anhaltspunkte für diese Annahme.

Der Täter habe sich vor der Tat auf die Fahrt vorbereitet. Es habe Handlungen und Äußerungen des mutmaßlichen Täters gegeben, die darauf hinwiesen.

Job gekündigt, Geld abgehoben

Soulier erklärte, der Angeklagte habe kurz vor der Fahrt seinen Job bei einer Elektrofirma gekündigt und seine Arbeitskleidung zurückgegeben. Außerdem habe er dort noch offene Schulden bezahlt.

Am Tattag selbst habe er einer Bekannten die Haustürschlüssel gegeben und ihr gesagt, sie könne sein Auto haben, denn er würde ins Gefängnis kommen. Außerdem hat er fast sein gesamtes Geld von seinem Konto abgehoben.

Angeklagter bestreitet mögliche Planung

Der 52-jährige Angeklagte habe in einer Vernehmung allerdings bestritten, die Fahrt vorbereitet zu haben. Er habe außerdem keine Empathie oder Mitgefühl gezeigt. „Ich bezeichne ihn als starken Egoisten“, sagte Soulier.

Der Angeklagte bewege sich in einer wirren Gedankenwelt. Er kämpfe beispielsweise seit Jahren um Geld in Millionenhöhe, das ihm angeblich aus einem Pharmaversuch zustehe.

Schuldfähigkeit unklar

Das Wirre sei nicht vorgespielt und der Mann zeige „persönliche Auffälligkeiten“. Inwieweit diese Auffälligkeiten jedoch seine Schuldfähigkeit mindern, könne Soulier nicht sagen. Laut eines psychiatrischen Sachverständigen leide der 52-Jährige an einer Psychose.

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Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 02.11.2021 berichtet.

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