Tiger im Zoo von Amnéville (Foto: dpa) (Foto: dpa)

Entscheidung über Zoo in Amnéville vertagt

  19.12.2019 | 08:37 Uhr

Die Entscheidung über die Zukunft des Zoos Amnéville ist vertagt worden. Die Handelskammer des Landgerichts Metz will erst am 3. Januar entscheiden, ob der von Skandalen geplagte Zoo aufgelöst oder von einem Investor übernommen wird.

Über mehrere Stunden sind am Mittwoch die Anwälte der Gläubiger, der Zooverwaltung und der mögliche Investor angehört worden. Die Umwandlung in eine „vereinfachte Aktiengesellschaft“ soll den Einstieg des Investors Prudentia Capital vorbereiten und damit eine Auflösung des Zoos verhindern.

Schwere Vorwürfe gegen Zoo

Der Zoo Amnéville sah sich zuletzt schweren Vorwürfen ausgesetzt: Medienrecherchen hatten schwarze Listen von Mitarbeitern und Zoogästen, die Bestattung von Tieren im Zoo sowie der Versuch, einen Eisbären auf einer Deponie zu entsorgen, aufgedeckt.

Prudentia Capital ist nach Medienberichten schon seit einem Jahr an dem Zoo interessiert. Der Investmentfonds hat die 13 Gläubigerbanken davon überzeugt auf rund 40 Millionen Euro Schulden zu verzichten und damit dem Gericht ein Projekt vorgeschlagen, das einer Übernahme gleichkommt.

Umwandlung geplant

Mit dem Plan einer neuen Aktiengesellschaft sollein neues Managementteam für Finanzen und Personal installiert werden. Zoodirektor Michel Louis soll sich dann auf die Tierhaltung konzentrieren. Eine Investition von zehn Millionen Euro soll die dringlichsten Reparaturen abdecken. Das Personal würde erhalten bleiben und, verteilt über sieben Jahre, vier Millionen Euro erhalten. Ein alternatives Vorhaben, eine Übernahme durch vier lokale Investoren, die die Tiger World schließen wollen und eine Zukunft ohne Gründer Michel Louis planen, hat derzeit kaum Chancen.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 18.12.2019 berichtet.

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