Ein Polarbär im Zoo von Amnéville (2011) (Foto: imago/Becker&Bredel)

Zoo Amnéville wollte Eisbär auf Deponie entsorgen

Axel Wagner   10.12.2019 | 16:28 Uhr

Der Zoo von Amnéville soll versucht haben, den Kadaver des Eisbären Olaf auf einer Müllkippe in Aboncourt zu entsorgen. Das berichtet der Radiosender France bleu, der vergangene Woche schon zahlreiche schwere Vorwürfe gegen den Tierpark publik gemacht hatte. Der Chef-Veterinär spricht von einem Fehler. Inzwischen haben die Behörden Ermittlungen aufgenommen.

Der Betreiber der für Haushaltsabfälle gedachten Deponie in Aboncourt bestätigte gegenüber France bleu, dass der Zoo versucht hat, den Kadaver des verstorbenen Eisbären Olaf dort zu entsorgen. Zusammen mit seinem Bruder Tromso war der Eisbär einer der Stars des Zoos, bevor er am 27. Juli 2018 mit 31 Jahren im Schlaf starb. Ein ehemaliger Angestellter berichtete, er sei friedlich gestorben.

Chef-Veterinär spricht von Fehler

Dem Bericht zufolge lehnte die Deponie die Entsorgung des Eisbären ab – er wurde nach Amnéville zurückgebracht. Der Chef-Tierarzt des Zoos teilte mit, dass der Bär am 30. Juli zu einer Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht worden sei. Letzteres haben inzwischen auch die Behörden bestätigt. Der ursprüngliche Transport nach Aboncourt sei ein Fehler gewesen.

Erst vergangene Woche hatte France bleu über schwarze Listen mit unliebsamen Arbeitnehmern und Besuchern, über die Entsorgung von Fäkalien im Wald von Hagondange und die Bestattung von Tieren im Zoo berichtet. Inzwischen haben die Behörden die Ermittlungen aufgenommen.

Entscheidung über Zukunft des Zoos

Der Park ist mit bis zu 500.000 Besuchern pro Jahr neben der Kathedrale von Metz die meistbesuchte Attraktion des Départements. Die Handelskammer des Landgerichts Metz entscheidet am 18. Dezember über die Zukunft des mit 53 Millionen Euro hoch verschuldeten Zoos.

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