Ein Mann mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske hält eine Ambrosia-Pflanze (Foto: dpa/Patrick Pleul)

Eingeschleppte Ambrosia-Pflanze kann schwere Allergien auslösen

  15.05.2022 | 17:25 Uhr

Bereits seit einigen Jahren macht sich in Deutschland die Ambrosia-Pflanze breit. Ihre Pollen können beim Menschen schwere Allergien auslösen. Im Saarland wurden bisher nur geringe Vorkommen entdeckt - sie sollten aber jeweils entfernt und an das Zentrum für Biodokumentation gemeldet werden.

Ursprünglich kommt die Ambrosia-Pflanze aus dem Osten Nordamerika, fühlt sich aufgrund des Klimawandels aber auch zunehmend in Deutschland wohl und breitet sich hier aus. Das "beifußblättrige Traubenkraut" - so der deutsche Name - ähnelt auf den ersten Blick dem hier heimischen und weit verbreiteten Beifuß. Seine Blattunterseiten sind allerdings grün, zudem ist der Stängel leicht behaart.

Aggressiver als alle bekannten heimischen Pollen

Je nach Boden-, Licht- und Feuchtigkeitsverhältnissen kann die Pflanze zwischen zehn Zentimeter und bis zu zwei Meter hoch werden. Ihre Pollen sind nach Angaben des saarländischen Umweltministeriums aggressiver als alle in Deutschland bekannten Baum- und Gräserpollen. Sie können sogar bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen, die bisher vor Heuschnupfen verschont blieben.

Eingeschleppt wird die Pflanze vor allem durch den internationalen Handel mit Saatgut und Futtermittel, beispielsweise auch Vogelfutter - und kann sich dann hier auf landwirtschaftlichen Flächen aber auch in privaten Gärten ausbreiten.

Im Saarland bisher nur kleinere Vorkommen entdeckt

Während in einigen Bundesländern wie etwa Hessen die Ausbreitung zunehmend zum Problem wird, wurden im Saarland nach Angaben des Umweltministeriums jährlich zwei bis drei kleinere Vorkommen entdeckt, die allerdings im darauffolgenden Jahr nicht mehr erschienen seien.

Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, sollte das Kraut unbedingt entfernt werden - rät das Umweltministerium. Dazu sollte Ambrosia mit der Wurzel ausgerissen und verbrannt oder in einen Müllsack verpackt in den Hausmüll gegeben werden.

Atemschutz beim Entfernen tragen und Auftreten melden

Blüht das Kraut bereits, sollte beim Entfernen unbedingt ein Atemschutz getragen werden, um sich vor den aggressiven Pollen zu schützen.

Außerdem sollten entdeckte Vorkommen, insbesondere im öffentlichen Raum, an das Zentrum für Biodokumentation gemeldet in Reden gemeldet werden (info.biodoku@umwelt.saarland.de).

Weitere Informationen zur Ambrosia-Pflanze gibt es in einem Faltblatt des Umweltministeriums, das hier im Internet heruntergeladen werden kann.

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