Amazon-Schriftzug auf einem Gebäude (Foto: France 3/SR)

Kinder-Sexpuppen bei Amazon in Frankreich verkauft

Axel Wagner   20.08.2020 | 09:18 Uhr

Beim Online-Versandhändler Amazon sind in Frankreich Sexpuppen in Kindergestalt zum Verkauf angeboten worden. Darauf haben mehrere französische Kinderschutzverbände hingewiesen. Der Versandhändler hat die Puppen inzwischen aus dem Angebot genommen.

Der französische Familienstaatssekretär Adrien Taquet schrieb bei Twitter, die Verbände hätten wegen der Puppen Alarm geschlagen. Er habe Amazon daraufhin aufgefordert, dieses Angebot von der Plattform zu nehmen.

Angebot entfernt

Die Internationale Vereinigung der Inzestopfer (AIVI) begrüßte das „schnelle Eingreifen“ der französischen Regierung. Die Organisation hatte am Wochenende bei Twitter auf „Sexpuppen für Pädophile mit dem Aussehen eines kleinen Kindes“ hingewiesen.

Amazon hat inzwischen reagiert und die Puppen aus dem Angebot entfernt und das Konto des Verkäufers gesperrt. „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen hat für uns Priorität“, zitiert die Zeitung „Le Figaro“ das Unternehmen.

Heftige Kritik an Amazon in Frankreich

Der Online-Versandhändler ist derzeit dabei, in Frankreich stark zu expandieren. Unter anderem entsteht ein vierstöckiges, 186.000 Quadratmeter großes Lager bei Metz, auf dem Gelände des früheren Militärflugplatzes Frescaty. Nach Verzögerungen wegen der Corona-Pandemie und der Kommunalwahl haben dort im Juni die Bauarbeiten begonnen. Auch im Saarland baut Amazon: In Völklingen-Wehrden entsteht ein 7000 Quadratmeter großes Verteilzentrum.

Anders als in Deutschland schlägt Amazon in Frankreich jedoch heftiger Wind entgegen: Zwar gab es auch hierzulande Einwände, jedoch ist der Widerstand gegen den Versandriesen jenseits der Grenze ungleich größer. In Metz macht etwa eine Anwohnervereinigung, die "Riverains du plateau de Frescaty", gegen Amazon mobil. Außerdem hatten die Gewerkschaften in der Corona-Krise erfolgreich dagegen geklagt, dass Amazon seine Mitarbeiter nicht ausreichend geschützt hat. Die Folge war ein vorübergehendes Versandverbot für fast alle Artikel.

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