Eine Strafprozessordung im Sitzungssaal eines Gerichts (Foto: dpa/Volker Hartmann)

Angeklagter in Prozess um Millionenbetrug packt aus

Barbara Spitzer   26.01.2018 | 19:35 Uhr

Im Betrugsprozess um die Saarbrücker Firma Alphapool hat einer der drei Angeklagten am Freitag sein Schweigen gebrochen. Er gab zu, seine Kunden getäuscht zu haben. Alphapool soll mit einem Schneeballsystem rund 900 Anleger um Ersparnisse gebracht haben.

Video [aktueller bericht, 26.01.2018, ab Min. 13:44]
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Unter Tränen räumte der Angeklagte Detlef T. ein, Anlegern zu lange wahrheitswidrig vorgespielt zu haben, dass ihr Geld in Immobilien investiert werde. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und den Mitangeklagten vor, 900 Anleger mit hohen Renditeversprechungen dazu gebracht zu haben, ihre Lebensversicherungen an sie abzutreten. Laut Anklage wollte Alphapool aber von Anfang an das Geld in ein Schneeballsystem stecken – und nicht im Interesse der Kunden anlegen.

Das wies Detlef T. sowie der Verteidiger eines weiteren Alphapoolmanagers zurück. Ein Schneeballsystem sei nicht geplant gewesen, sagte Anwalt Walter Teusch, der Verteidiger eines Mitangeklagten. "Das war eine Situation in die man geraten ist, nachdem man falsch investiert hat."

"Naiv und blauäugig"

Der 65-jährige Angeklagte sagte, er sei naiv und blauäugig gewesen. Ob sich das mildernd auf die Strafe auswirkt, ist offen. "Es läuft auf eine Verurteilung der Angeklagten hinaus, zur Höhe wage ich keine Spekulation anzustellen", sagte Verteidiger Teusch. Bei einer Verurteilung wegen bandenmäßigen Betrugs drohen den Managern bis zu zehn Jahren Haft.

Über dieses Thema wurde auch im Nachrichtenblock des aktuellen berichts vom 26.01.2018 berichtet.

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