Als der Krieg über uns gekommen war (Foto: Bildarchiv Historisches-Museum-Saar)

Chaotische Verhältnisse im Alltag

Michael Schmitt/red  

Nach Ausbruch des Krieges herrschte zunächst Chaos. Die enorme Angst vor Spionen führte zu Barrikaden auf den Hauptstraßen. Menschen wurden willkürlich untersucht, verhaftet und sogar erschossen. Auch die Daheimgebliebenen wurden in den Krieg miteingebunden.

In den ersten Tagen nach Kriegsbeginn kam es teils zu chaotischen Verhältnissen in der Saargegend. Es bestand eine große Angst vor Spionen, was zu vielen Verhaftungen führte. Auch Personen, die mit Autos unterwegs waren, sich Brücken, Schlachthöfen oder Gaswerken näherten, riskierten, von den dort postierten Wachen verhaftet oder gar erschossen zu werden. Im ländlichen Bereich wurden in vielen Dörfern Barrikaden auf den Hauptstraßen errichtet, Autos willkürlich angehalten und durchsucht. Hoheitliche Aufgaben wurden von Hilfspolizisten ausgeführt.

Sammelaktionen und "Liebesgaben"

Während ein Großteil der Männer an der Front kämpfte, versuchten die Behörden auch die zurückgebliebene Bevölkerung in den Krieg einzubinden. Dies geschah unter anderem mit zahlreichen Sammelaktionen.  

Kleidung, Gold, Lebensmittel - fast alles wurde gesammelt. Bei vielen Sammlungen halfen Schüler. Auch Geld wurde gesammelt. Hierzu wurden Kriegsanleihen aufgelegt, die auf Sparer abzielten. Wichtig wurden auch die "Liebesgaben". Es handelte sich um Stricksachen, Lebensmittel oder Spiele gegen die Langweile im Schützengraben, die in Päckchen an die Front geschickt wurden.   

Lebensmittel werden knapp

Ab 1915 setzte eine Verknappung der Lebensmittel ein. Dies machte vor allem den schwer arbeitenden Bevölkerungsteilen, wie den Bergleuten, zu schaffen. Ihre Leistungsfähigkeit ließ nach. 

Zudem kämpften sie ständig um eine ausreichende Zuteilung von Lebensmitteln. Zulagen für Schwer- und Schwerstarbeiter führten aber zu sozialen Problemen wie Neid von anderen Kollegen. Anfang 1916 wurde eine "Lebensmittelbezugsstelle der Bergwerksdirektion" gegründet. Bergleute konnten hier Lebensmittel zukaufen. Auch waren viele Bergleute Landwirte und Selbstversorger.  

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