Saarlandkarte mit geplanter Streckenführung der Nordsaarlandstraße (Foto: SR/Knöbber, Hintergrund: pixabay/Larisa-K)

Kramp-Karrenbauer lässt Nordsaarlandstraße prüfen

Carolin Dylla   25.11.2019 | 16:59 Uhr

Nach jahrelangen Verhandlungen wird der Bau der sogenannten Nordsaarlandstraße wahrscheinlicher. Das hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei ihrem Besuch im Saarland angekündigt.

Es komme Bewegung in die Diskussion um die Nordsaarlandstraße, sagte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Allerdings gab es auch die klare Ansage: Hundertprozentig sicher sei der Bau noch nicht. Noch werde über die Frage beraten, ob das Truppenübungsgelände der Bundeswehr in Merzig für die Verbindungsstraße zwischen der A1 und der A8 genutzt werden kann.

Laut Kramp-Karrenbauer wurde dafür eine Projektgruppe aus Verantwortlichen der Bundeswehr und des Landes eingerichtet. Sie soll klären, wie einerseits der Übungsbedarf der Bundeswehr sichergestellt werden kann – und andererseits der Bau der Nordsaarlandstraße möglich ist. Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nannte die Straße eine „echte Chance“ für das Saarland.

Darüber hinaus kündigte Kramp-Karrenbauer Investitionen in den Bundeswehrstandort Saarland an. Allein in den kommenden fünf Jahren sollen demnach 33 Millionen Euro in die drei Standorte Saarlouis, Merzig und Lebach fließen.

Rehlinger befürwortet Variante

Nordsaarlandstraße: Reaktionen der Landespolitik zu AKK-Ankündigung
Audio [SR 3, Janek Böffel, 25.11.2019, Länge: 03:11 Min.]
Nordsaarlandstraße: Reaktionen der Landespolitik zu AKK-Ankündigung

Saar-Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) sagte, die Landesregierung tue alles dafür die Nordsaarlandstraße möglich zu machen. „Seit vielen Jahren mauert die Bundeswehr in Sachen Nordsaarlandstraße, Prüfungen hat es schon viele gegeben. Wenn nun aber eine Bereitschaft der Bundeswehr bestünde, die Verbindung möglich zu machen, wäre das ein gutes Fundament für die Nordsaarlandstraße.“

Der Bundestagsabgeordnete der saarländischen Grünen, Markus Tressel, zeigte sich überrascht von der Ankündigung, dass die Straße nun möglicherweise doch durch das Truppenübungsgelände verlaufen könne. Das Verteidigungsminsterium habe schließlich vor sechs Jahren erklärt, dass dies zur Aufrechterhaltung des Übungsbetriebes nahezu unmöglich sei. Ein durchschnittener Übungsplatz, so die Argumentation damals, schränke die Nutzung ein und sei auch aus Sicherheitsgründen schwierig darstellbar. Der Bund müsse nun erklären, wieso das nun nicht mehr so sei.

Landtagsfraktionen zurückhaltend

Die Landtagsfraktionen zeigten sich angesichts der Gesprächsbereitschaft aus Berlin vorsichtig optimistisch. CDU-Fraktionschef Alexander Funk sagte, jetzt könnten weitere Schritte angegangen werden. Von einer Planung sei man aber noch weit entfernt. Auch SPD-Fraktionschef Ulrich Commerçon zeigte sich zurückhaltend. Er hoffe, dass Kramp-Karrenbauer keine Platzpatrone mitgebracht habe.

Die AfD begrüßte das Projekt, ebenso die Linke. Angesichts der zu erwartenden überschaubaren Ausgaben könne man aber noch lange nicht von einem Leitprojekt sprechen, so der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jochen Flackus.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 25.11.2019 berichtet.

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