Wildschweine (Foto: dpa)

Risiko eines ASP-Ausbruchs weiterhin hoch

Kai Forst   21.09.2019 | 08:30 Uhr

Das Umweltministerium und die Jäger schätzen die Gefahr eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest im Saarland weiterhin als hoch ein. Vor allem wegen der zahlreichen ASP-Fälle im Süden Belgiens sind Ministerium und Jäger in ständiger Alarmbereitschaft.

Noch kein ASP-Fall im Saarland
Audio [SR 3, (c) Kai Forst, 21.09.2019, Länge: 01:05 Min.]
Noch kein ASP-Fall im Saarland

Ein Jahr ist es her, dass im Südosten Belgiens – nur 60 Kilometer von der Grenze zum Saarland entfernt - die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei einigen Wildschweinen festgestellt worden war. Seitdem ist die Zahl infizierter Wildschweine dort drastisch gestiegen. Nach Angaben des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI), dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, wurden in Belgien in diesem Jahr bereits knapp 500 infizierte Wildschweine bestätigt.

Zahlen, die auch die Sorgenfalten im Saarland zumindest nicht kleiner werden lassen - auch wenn hier noch kein ASP-Fall zu verzeichnen ist. Man schätze die Gefahr, dass die Tierseuche ausbrechen könnte, weiterhin als hoch ein, teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums dem SR mit.

Such- und Bergetrupps geschult

Aus diesem Grund würden entlang der Grenze zu Frankreich zusätzlich zu den gefundenen Kadavern auch die gesund erlegten Wildschweine auf ASP untersucht. Außerdem seien Mitarbeiter des Saarforst Landesbetriebs, der Gemeinden sowie der Jägerschaft zu Such- und Bergetrupps geschult worden. Neu angeschaffte mobile Kühlkammern und Container sollen außerdem bei der Entsorgung der Kadaver helfen.

Bislang alle Proben negativ

Bislang sind in der ersten Jahreshälfte laut Umweltministerium 30 verendete oder erlegte Tiere überprüft worden. In keinem Fall konnte das Virus nachgewiesen werden. Auch die Hausschweinbestände im Saarland werden laut Sprecherin kontinuierlich auf die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen hin überprüft, „um eine Übertragung des Virus in die  saarländischen Schweinebestände nach Möglichkeit zu verhindern“.

Elektrozaun ist einsatzbereit

Anfang des Jahres hatte das Saarland bereits einen 30 Kilometer langen Elektrozaun angeschafft, um im Falle eines ASP-Ausbruchs das betroffene Gebiet abzuriegeln und die Wildschweine darin zu jagen. Laut Umweltministerium ist der Zaun derzeit eingelagert aber jederzeit sofort einsatzbereit.

Kadaver-Suchhunde werden ausgebildet

Auch die saarländischen Jäger beobachten die Ausbreitung der ASP in Belgien mit Sorge. Um die Schutzmechanismen zu erhöhen, würden derzeit spezielle Kadaversuch-Hunde ausgebildet, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Jäger des Saarlandes, Johannes Schorr. Das Auffinden verendeter Wildschweinkadaver sei ein wesentlicher Aspekt für die Feststellung und damit der Bekämpfung der Seuche. „Das Besondere an den Kadaversuchhunden und der Unterschied zu Jagdhunden ist, dass sie nur anzeigen aber von den Tierkadavern wegbleiben“, so Schorr. Dafür arbeite man mit speziellen Profiausbildern der Bundespolizei zusammen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten des SR vom 21.09.2019 berichtet.

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