Dr.  Josef Mischo, der Präsident der Saarländischen Ärztekammer  (Foto: SR / Rick Reitler)

Ärztekammer stärkt Präsident den Rücken

Thomas Gerber / Onlinefassung: Sandra Schick   12.10.2020 | 17:19 Uhr

Nachdem auch der Präsident der Saarländischen Ärztekammer, Josef Mischo, im Skandal um die Fehldiagnosen eines St. Ingberter Pathologen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist, hat die Ärztekammer ihm das Vertrauen ausgesprochen. Die Ermittlungsbehörden würden bei ihrer Arbeit unterstützt, um die Vorwürfe schnellstmöglich zu entkräften.

Vergangene Woche gab es Hausdurchsuchungen bei der Ärztekammer und bei dem Präsidenten Mischo zuhause. Der Vorstand der Kammer hat Mischo aber das Vertrauen ausgesprochen.

Mischo soll laut Staatsanwaltschaft gewusst haben, dass der St. Ingberter Pathologe ein Suchtproblem hat, ihn aber zu spät aus dem Verkehr gezogen haben. Die Approbationsbehörde soll er über das Suchtproblem nicht informiert haben. In der Folge und danach sei es dann zu den teils verheerenden Fehldiagnosen durch den Pathologen gekommen. Mindestens in einem Fall soll er eine falsche Krebsdiagnose gestellt haben, der Patient soll nach der eigentlich überflüssigen OP verstorben sein.

Mischo soll Suchtproblem bekannt gewesen sein

Dafür, dass Mischo das fortbestehende Suchtproblem des Patholgen bekannt war, gibt es laut Staatsanwaltschaft "greifbare Anhaltspunkte." Welche dies sind, ließ die Behörde auf SR-Anfrage offen. Bislang hatte die Kammer von einem Kommunikationsproblem gesprochen und den schwarzen Peter dem Psychiater zugeschoben, der den Pathologen damals behandelt hatte. Der inzwischen verstorbene Psychiater habe die offenbar negative Prognose nicht an die Kammer weitergeleitet.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 12.10.2020 berichtet.

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