Der Trierer Dom (Foto: dpa/Werner Baum)

Zahl der Pfarreien zunächst höher als geplant

mit Informationen von Oliver Buchholz   20.06.2020 | 13:01 Uhr

Statt der bislang angestrebten 35 Großpfarreien will das Bistum Trier in den nächsten Jahren zunächst die aktuellen Pfarreiengemeinschaften fusionieren. Das teilte die Bistumsleitung am Samstag mit. Bis 2022 sollen wohl 172 Pfarreien eingerichtet werden.

Video [aktueller bericht am Samstag, 20.06.2020, Länge: 3:44 Min.]
Bistum Trier will Pfarreiengemeinschaften fusionieren

Die Änderungen an der Strukturreform wurden nötig, nachdem der Vatikan massive Bedenken gegenüber den ursprünglichen Reformplänen geäußert hatte. Diese sahen vor, die Zahl der knapp 900 Pfarreien auf 35 Großpfarreien zu reduzieren. Generalvikar Ulrich von Plettenberg sagte, die Bistumsleitung setze auf eine "behutsame Entwicklung".

Bistum Trier plant Reform neu
Audio [SR 3, Oliver Buchholz, 20.06.2020, Länge: 04:55 Min.]
Bistum Trier plant Reform neu

An der Zahl 35 soll aber insofern festgehalten werden, als auf dieser Ebene Pfarreien in der Seelsorge zusammenarbeiten sollen. Dort soll vorerst auch die Verwaltung angesiedelt werden.

Der Vatikan kritisierte weiterhin auch die Leitung der geplanten Großpfarreien. In den ursprünglichen Plänen war von Leitungsteams die Rede, auch an diesem Punkt muss neu geplant werden. Genauso wie bei der Frage der Entscheidungsbefugnis der geplanten ehrenamtlichen Räte vor Ort.

Zwischen Vatikan und Synode

Das Bistum Trier will ab der kommenden Woche "engmaschig" weiter an diesen Themen arbeiten, um möglichst bald konkrete Pläne vorstellen zu können. Diese sollen sowohl den Vorgaben aus dem Vatikan als auch den Überlegungen der Synode, die die Veränderungen angestoßen hatte, gerecht werden.

Bischof Stephan Ackermann war Anfang Juni nach Rom gereist, um dort mit den vatikanischen Behörden über die umstrittene Pfarreienreform im Bistum Trier zu sprechen. Zur Debatte stand dabei unter anderem die Rolle des Pfarrers in der Leitung der Großpfarreien. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Vatikan die Umsetzung der Reform nach Beschwerden vorläufig gestoppt.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 20.06.2020 berichtet.

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