Eine Frau sitzt im Universitätsklinikum hinter einem Film mit Tabletten des Medikaments Medikinet, das genau wie Ritalin den Wirkstoff Methylphenidat enthält. (Foto: Frank Rumpenhorst/dpa)

Immer mehr Erwachsene mit ADHS

  11.08.2019 | 08:21 Uhr

Zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) bekommen immer mehr erwachsene Saarländer Medikamente mit dem umstrittenen Wirkstoff Methylphenidat, beispielsweise Ritalin. Das ergab eine Auswertung der Techniker Krankenkasse.

Von 2015 bis 2018 ist die Zahl der Saarländer über 18 Jahren mit einer solchen Verordnung um rund 30 Prozent gestiegen. Bundesweit stieg sie nur um 25 Prozent. Im Durchschnitt erhielten 2,1 von 1000 Versicherten 2018 entsprechende Medikamente.

Rückgang bei Jugendlichen

Anders sieht die Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren aus. Zwar werden die immer noch deutlich häufiger mit diesen Medikamenten behandelt als Erwachsene, bei der TK waren es 11,3 von 1000 Versicherten unter 18 Jahren. Die Verordnungen gingen im gleichen Zeitraum aber um mehr als 14 Prozent zurück, im Bund nur um 9,3 Prozent. In den vergangenen Jahren war die Zahl der Medikamentenverordnungen insgesamt zurückgegangen.

Bei den Verordnungen zeigen sich auch deutliche regionale Unterschiede. Während in Rheinland-Pfalz 2018 rund drei von 1000 erwachsenen TK-Versicherten Medikamente mit Methylphenidat bekommen haben, waren es in Thüringen nur 0,8 und in Sachsen-Anhalt nur 0,7. Im bundesweiten Durchschnitt erhielten 2,2 Erwachsene und 13,5 Kinder eine Verordnung solcher Medikamente.

Unterschiedliche Symptome

Bei ADHS werden Jungs und Männer häufiger mit solchen Medikamenten behandelt als Mädchen und Frauen, besonders bei den Minderjährigen. Auch die Symptome sind unterschiedlich: Während Jungs vor allem sehr aktiv sind, neigen Mädchen eher zu Tagträumen, zu vermehrtem Reden oder Vergesslichkeit. Im Erwachsenenalter werden diese Unterschiede geringer. Die Hauptsymptome sind dann Hyperaktivität und Probleme mit der Aufmerksamkeit.

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