Fahrradweg-Symbol auf einer Straße (Foto: pixabay/un-perfekt)

Saar-Städte sind nicht fahrradfreundlich

  16.03.2021 | 12:54 Uhr

Radfahren boomt in der Corona-Pandemie. Doch nicht alle Städte sind gut gerüstet. Bei einem aktuellen Vergleich des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs zur Fahrradfreundlichkeit schneiden die Städte im Saarland und in der Westpfalz schlecht ab. Saarbrücken belegt bei den größeren Städten den 33. von 41 Plätzen.

Erfasst wurden bei der Umfrage, an der bundesweit knapp 230.000 Menschen teilnahmen, laut ADFC vor allem das Sicherheitsgefühl der Radfahrer, die Qualität von Radwegen sowie Konflikte mit Autofahrern und Fußgängern. Das Ergebnis: Im Saarland sowie in der Westpfalz wurde keine Kommune als fahrradfreundlich eingestuft. Im Gegenteil: Die Saar-Städte schnitten allesamt unterdurchschnittlich ab.

Video [aktueller bericht, 16.03.2021, Länge: 2:59 Min.]
Städte im Saarland nicht fahrradfreundlich

Nur hintere Platzierungen

Das Saarland radelt mehrheitlich ziemlich am Ende des Hauptfelds
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 16.03.2021, Länge: 03:10 Min.]
Das Saarland radelt mehrheitlich ziemlich am Ende des Hauptfelds

Bei den größeren Städten kommt Saarbrücken auf den 33. von 41 Plätzen. In der Gruppe von mehr als 400 kleineren Städten ist Zweibrücken als 322. in der Region noch am besten platziert. Dahinter folgt Neunkirchen auf Rang 328. St. Wendel, Völklingen und St. Ingbert haben noch schlechter abgeschnitten. Nahezu am Ende der Tabelle stehen Saarlouis und Pirmasens.

Für ADFC-Landessprecher Thomas Fläschner sind die schlechten Noten für die meisten saarländischen Kommunen die Quittung für eine jahrelang "äußerst schleppende Radverkehrsförderung". Die Landesgeschäftsführerin des ADFC Saar, Irene Krohn, ergänzt: „Wir bekommen sehr oft erzählt, dass die Menschen es bei uns als gefährlich empfinden, mit dem Rad zu fahren."

Die Leute sehen sich nach wie vor nicht als gleichwertige Verkehrsteilnehmer von der Politik wahrgenommen.

Die vielen schmalen, gerade einmal in Mindestbreite angelegten Schutzstreifen würden kaum als Verbesserung empfunden. Die Wegebreite sei durchgängig als sehr schlecht bewertet worden. "Die Leute sehen sich nach wie vor nicht als gleichwertige Verkehrsteilnehmer von der Politik wahrgenommen", sagte Krohn.

Mobilitätsmanager in St. Ingbert
Audio [SR 3, Stefani Balle, 17.03.2021, Länge: 03:08 Min.]
Mobilitätsmanager in St. Ingbert
Es gibt aber auch leichte Gegenbewegungen, z.B. in St. Ingbert: dort wird es ab sofort sogenanntes Mobilitätsmanagement geben.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 16.03.2021 berichtet.

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