Rednerpodium auf der Mitgliederversammlung des ADAC (Foto: Patrick Wiermer / SR)

ADAC-Vorstand noch nicht entlastet

mit Informationen von Patrick Wiermer   25.06.2020 | 08:00 Uhr

Der ADAC Saarland hat sich am Mittwochabend auf seiner Mitgliederversammlung mit den Problemen bei der Tochtergesellschaft SFW befasst. Weil die Staatsanwaltschaft den Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung prüft, wurde die Entlastung des Vorstands und die Genehmigung des Jahresabschlusses 2019 auf die nächste Mitgliederversammlung verschoben.

Der Vorsitzende des ADAC Saarland, Norbert Heinz, wollte sich am Rande der Versammlung nicht weiter zu den Vorermittlungen der Staatsanwaltschaft äußern. Man habe keine Leichen im Keller und gehe davon aus, dass sich alles zum Guten wenden werde. Die Tochtergesellschaft SFW GmbH veranstaltet unter anderem die Deutschland Rallye. Bei ihr sind Verluste von 450.000 Euro aufgelaufen, die der ADAC ausgeglichen hat.

Die Schieflage bei der SFW GmbH hat schon jetzt Folgen – und sorgte für Gräben an der Vereinsspitze. Neben Rechnungsprüfer Gerhard Müllenbach warfen auch die Vorstände Ralph Leistenschneider und Volker Schillo hin. Für Leistenschneider sei "die Tugend des Umgangs miteinander unter die Räder gekommen". Schillo habe sich zuletzt mehr geärgert als gefreut und schlaflose Nächte gehabt.

Erstmals Frau im Vorstand

Vorstandsmitglieder wollen Ämter abgeben
Staatsanwaltschaft prüft Untreueverdacht beim ADAC

Der ADAC will nun prüfen lassen, ob die SFW GmbH aufgelöst oder erhalten werden soll – etwa durch weitere Kosteneinsparungen. Damit steht auch die Zukunft der Rallye Deutschland im Saarland auf der Kippe.

Neu in den Vorstand des ADAC Saarland wurde am Mittwoch mit Martina Scheer erstmals eine Frau gewählt. Sie ist für Touristik zuständig. Den Bereich Finanzen übernimmt Werner Hoffmann. Für die Ortsclubs ist künftig Karl-Heinz Ganster zuständig.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-Rundschau am 25.06.2020 berichtet.

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