Grafik Corona-Virus (Foto: SR)

Inzwischen 29 Corona-Fälle im Saarland

  12.03.2020 | 17:12 Uhr

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Saarland ist inzwischen auf 29 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium am späten Donnerstagnachmittag mit. Hintergrund seien vor allem die acht Fälle aus dem Kreis St. Wendel, die am Mittwochabend bekannt geworden waren.

Nach Angaben des Landkreis Sankt Wendel handelt sich bei den Corona-Infizierten um eine siebenköpfige Gruppe, die sich mutmaßlich im Skiurlaub in St. Anton in Österreich infiziert hat. Außerdem sei das Virus bei der Ehefrau einer dieser Personen nachgewiesen worden. Den betroffenen Personen sei häusliche Quarantäne angeordnet worden. Momentan ermittele das Gesundheitsamt des Landkreises St. Wendel alle Kontaktpersonen der Erkrankten. Die Infizierten kommen aus Namborn, Oberthal und Sankt Wendel.

Zu den Neuerkrankten im Saarland zählen laut Gesundheitsministerium außerdem ein Mann aus dem Landkreis Saarlouis sowie zwei Personen aus dem Landkreis Merzig-Wadern, eine Familie aus dem Regionalverband und eine weitere Person aus dem Landkreis Neunkirchen. Weitere Tests laufen.

Virologe: Auf jeden Infizierten kommen drei Weitere

Video [aktueller bericht, 11.03.2020, Länge: 3:37 Min.]
Virologe Dr. Jürgen Rissland zur Sorge wegen Corona

Das Coronavirus verbreitet sich nach Einschätzung von Virologen nicht schneller als andere Viren. Der Virologe Jürgen Rissland von der Uniklinik des Saarlandes sagte im SR: "Wir wissen bislang, dass auf jeden Infizierten etwa drei weitere Kontakte kommen, die infiziert werden können." Auf diese Weise habe man einen dynamischen Effekt. Allerdings breiteten sich Masern-Viren deutlich dynamischer aus.

Gespräch mit Dr. Jürgen Rissland: "Wir haben eine etwas andere Situation als in Frankreich"
Audio [SR 2, Katrin Aue, 12.03.2020, Länge: 04:50 Min.]
Gespräch mit Dr. Jürgen Rissland: "Wir haben eine etwas andere Situation als in Frankreich"

Positiv sei, dass man im Saarland momentan noch die Infektketten verfolgen könne. "Wir wissen, wer sich wann wo bei wem infiziert hat." Bei einer zunehmenden Verbreitung werde man irgendwann einen Punkt erreichen, an dem das nicht mehr möglich sei. Dieser Punkt müsse so weit wie möglich rausgezögert werden.

Große Unsicherheit herrsche derzeit noch bei der Frage, wie lange bereits Infizierte nach der Infektion immun gegen das Virus seien. "Wir wissen von Coronaviren, dass die Immunität voraussichtlich vorübergehend ist", so Rissland. Wir wissen nur nicht ganz genau, ob diese Phase, in der man immun ist, über Wochen oder Monate anhält." Auch gebe es bereits Tests für Medikamente gegen das Virus. "Wenn wir im Saarland einen sehr schweren Verlauf hätten, dann würden wir auch an solche Medikamente rankommen", so Rissland.

Im SR-Interview verwies Rissland außerdem darauf, dass die Grenze von 1000 Teilnehmern zur Absage von Veranstaltungen willkürlich gewählt ist. Wer absolute Sicherheit wolle, müsse alles absagen, sagte der Virologe.

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